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Übersicht 2004 / 2005

 

Lauftrefffreunde suchen den Absprung

"Sahnehäubchen" dank "mühseliger Plackerei"

 Die Arbeit hinter dem Sport

Rainer Müller siegt aus dem Bauch

Laufsport an neuem Ort

Tausende im Biathlon-Fieber

Wintersport bei 35 Grad

Differenzen zwischen LTF Köllertal und Fachverband

"Breitwies war ein Fehler"

Gesund und fit mit den LTF Köllertal

Förderverein Leichtathletik Püttlingen will Mitglieder werben

Sommerbiathlon der Weltelite lockt Sprint- und Schießstars nach Püttlingen

Kimme, Korn und Rollen-Ski

Püttlinger Sommer-Biathlon noch nicht ganz in trockenenTüchern

Es droht der Ausfall

 

 

Aus SZ vom 25. Oktober 2005

Lauftrefffreunde suchen den Absprung

Außerordentliche Mitgliederversammlung

Der Vorstand der Lauftrefffreunde Köllertal möchte die Beteiligung seines Vereins an der Leichtathletikanlage Breitwies wieder los werden, da man wegen der hohen Unterhaltskosten in Sorge sei.

VON SZ-REDAKTEUR  

PETER WAGNER

Püttlingen. Die Lauftreff-Freunde (LTF) Köllertal suchen einen Ausstieg aus ihrer Beteiligung am Leichtathletik-Stadion Breitwies. Wie der Vorstand gegenüber unserer Zeitung mitteilte, habe er erstmalig seit Einweihung der Anlage im Jahr 2001 einen Haushaltsplan erhalten, der die voraussichtliche finanzielle Entwicklung bis zunächst 2009 aufzeigen solle. Die Zahlen sind offenbar mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen worden.

Die in der Interessengemeinschaft Leichtathletikanlage Breitwies (IGB) zusammen- arbeitenden Vereine, TV 1890 Püttlingen, DJK Köllerbach und eben LTF Köllertal, tragen die sich aus der Anlage ergebenden finanziellen Verpflichtungen zu jeweils einem Drittel. Der LTF-Vorstand hat beschlossen, und zwar dem Vernehmen nach einstimmig, den Mitgliedern in einer außerordentlichen Versammlung am Sonntag, 6. November (17 Uhr, Obst- und Gartenbauverein Köllerbach) alle Informationen über die sich aus ihrer Sicht abzeichnenden Risiken für die LTF-Finanzen aufzuzeigen. Eingeladen werden sollen der Püttlinger Bürgermeister Martin Speicher, der Vorsitzende des Fördervereins Leichtathletik Püttlingen, Gerhard Ballas, sowie Alfred Degand als Vorsitzender der IG Breitwies, die man um eine Stellungnahme bitten möchte.

Der LTF-Vorstand sieht die zukünftige jährliche finanzielle Mehrbelastung durch die Anlage bei 15000 Euro. Das ist sehr viel für einen Lauftreff-Verein, dessen Mitglieder überwiegend im Wald und auf der Straße rennen. Investitionen in die technische Ausstattung der Breitwies bringen den LTF-Mitgliedern deshalb nur unterdurchschnittlichen Nutzen. Es wäre jedenfalls nicht überraschend und im Sinne des Vorstandes um Reinhard Lippert, wenn die LTF-Mitglieder ihren Vorstand ermächtigten, aus der Beteiligung auszusteigen. Andernfalls, so der Vorstand, drohten Beitragserhöhungen, Mitgliederschwund und weitere Erhöhungen.

Am liebsten sähen die Lauftreff-Freunde eine „faire Abstandssumme“ auf ihr Konto fließen. Sie möchten sich also ihre bisherige Beteiligung abkaufen lassen. Ob überhaupt jemand den LTF-Anteil übernehmen möchte, wer wie viel zu zahlen bereit ist, oder ob die beiden anderen Vereine darauf bestehen, dass die Lauftrefffreunde die ursprünglich – unter einem anderen Vorstand – eingegangenen Verpflichtungen einhalten, wird spannend zu verfolgen sein. Als im Sommer das neue Vereinsheim von TV Püttlingen und DJK Köllerbach eingeweiht wurde, hatte Püttlingens Bürgermeister Martin Speicher jedenfalls angemahnt, dass alle beteiligten Vereine zu ihrer Verantwortung für die Breitwies zu stehen hätten.

 

Aus SZ vom 11. Juli 2005

„Sahnehäubchen“ dank „mühseliger Plackerei“

Neues Vereinsheim von TV Püttlingen und DJK Köllerbach am Leichtathletikstadion Breitwies offiziell eröffnet

Das von der Vereinsgemeinschaft TV Püttlingen/DJK Köllerbach am Leichtathletikstadion Breitwies errichtete Vereinsheim wurde, nach 20 000 Arbeitstunden, seiner Bestimmung übergeben.

 

VON SZ-REDAKTEUR

PETER WAGNER

Püttlingen. „Die Breitwies war kein Fehler“, sagte Innen- und Sportministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in Anspielung auf die Kritik aus einem Püttlinger Sportverein, vielmehr sei sie ein Modell für die Zukunft, weil durch den Einsatz von Geldern der Sportplanungskommission (die 45 000 Euro beigesteuert hatte), der Stadt Püttlingen und der Solidargemeinschaft von TV Püttlingen, DJK Köllerbach und LTF Köllertal eine „Vorzeigeanlage" entstanden sei, der nun von der TV/DJK-Vereinsgemeinschaft mit dem Vereinsheim das „Sahnehäubchen" aufgesetzt worden sei.

Dass das neue Vereinsheim auch der Muse dienen kann, zeigte bei der Eröffnung am Samstag ein „Querflöten-Doppelquartett": Die Gruppe "Mädels aus dem Spielmannszug des TV", wie sie von ihrer Leiterin, der Musikpädagogin Ingeborg Lang, bezeichnet wurde, sorgte für den musikalischen Rahmen. Herbert Raubuch, Vorsitzender des TV, nannte den Bau des Vereinsheims im Rückblick eine „mühselige Plackerei", die von der Vereinsgemeinschaft nur dank des Einsatzes vieler Fachleute zu bewältigen gewesen sei. Manfred Bär war für die Erd- ­und Maurerarbeiten zuständig, Reinhold Lehberger für Schreinerarbeiten und Innenausbau, Anton Groß war der Fachmann für die Elektroinstallation, für Verputz und Gipserarbeiten Alois Hergenhahn, den Estrich verlegte Roman Benoit, die Fliesen Herbert Trunzler, Erich Roth und Manfred Schmidt kümmerten sich um die Dachdecker- und Klempnerarbeiten, für Heizung und Sanitär waren Stefan Nilius und DJK-Vorsitzender Alfred Degand verantwortlich, für Malerarbeiten zeichneten Lehberger, Helmut Speicher, Helmut Heckmann und Thomas Lothar verantwortlich, was mit Bagger oder Raupe erledigt werden musste, tat Ferdi Zell.

Der TV-Vorsitzende wies besonders darauf hin, dass das Gebäude nach dein neuesten Stand der vom Deutschen Sportbund geforderten Umwelt-Technologie errichtet worden sei. Das Haus habe TV und DJK nicht nur einen „Motivationsschub" gebracht, sondern sei auch ein „Image-­Gewinn" für die Stadt Püttlingen. Püttlingens Bürgermeister Martin Speicher erinnerte daran, dass die Stadt, die Sportplanungskommission und die Vereine die Säulen im Sportstättenkonzept der Stadt gewesen seien und dass auf dieser Basis die Zuschüsse geflossen seien.

Insoweit hätten die Vereine Verantwortung übernommen und sie hätten nun auch zu dieser Verantwortung zu stehen: „Mit gutem Willen ist dies möglich", mahnte das Stadtoberhaupt im Hinblick auf die Unterhaltung der Anlage durch TV, DJK und Lauftreff-Freunde.

Totodirektor Gerd Meyer, Präsident des Landessportverbandes, gratulierte TV und DJK „zu dem großen Ereignis". Er erinnerte daran, dass ohne den früheren Bürgermeister Rudolf Müller das Projekt Breitwies nicht zu verwirklichen gewesen sei. Gerhard Ballas, Vorsitzender des Fördervereins Leichtathletik, warb vor den zahlreichen Gästen der Einweihungsfeier um weitere Unterstützung für die Leichtathleten.

 <Zur Eröffnung gab es auch, in Nachfolge des Stabhochsprung-Rathaus-Cups, ein Sprungmeeting, Bericht folgt.

Aus SZ vom 07. Juli 2005

Die Arbeit hinter dem Sport

Vereine uneins: Diskussion um Betreuung der Leichtathletikanlage Breitwies

Auseinandersetzungen gibt es um die auch von Schulen immer wieder gerne genutzte Leichtathletikanlage Breitwies: Während die Lauftreff-Freunde (LTF) Köllertal erklärten, die Anlage sei auf Dauer nicht von drei Vereinen zu betreiben, beklagen TV- und DJK-Püttlingen, dass sich die LTF nicht mehr am Unterhalt der Anlage beteiligten.

VON SZ-REDAKTEUR

MARCO REUTHER

Püttlingen. Nicht ganz spannungsfrei ist derzeit das Auskommen der drei Vereine, die (noch) in der Interessengemeinschaft LeichtathIetikanlage Breitwies (IG) zusammengeschlossen sind. Auf der einen Seite stehen die Lauftreff-Freunde Köllertal, auf der anderen der TV Püttlingen und die DJK Köllerbach (die beide wiederum die Leichtathletik-Startgemeinschaft, LSG, bilden). Streitpunkt ist in erster Linie die Leichtathletikanlage selbst, beziehungsweise der Arbeitseinsatz, der dort von den drei Vereinen erbracht werden muss. Auf Dauer sei es nicht möglich, die Anlage "mit Laien" zu unterhalten, das hänge "nicht vom Wollen ab", hatte Lauftreff-Vorstandsmitglied Erich Schermer erklärt, dessen Vereinsmitglieder die Anlage zudem vergleichsweise wenig nutzten. Aufwand und Intensität der Pflege könnten weder von einem noch von drei Vereinen geleistet werden, ohne die Clubs und deren Mitglieder zu überfordern (wir berichteten). Die beiden anderen Vereine sehen das anders. So kamen Alfred Degand (Vorsitzender DJK Köllerbach) sowie die beiden stellvertretenden Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Peter Drockur (auch Pressesprecher TV und LSG) und Herbert Raubuch (auch Vorsitzender TV Püttlingen) zum Redaktionsgespräch vorbei, um ihre Sicht der Dinge zu schildern. Zum einen betonen sie die grundsätzlich gute Nutzung der Anlage, die in der Saison täglich "gut ausgelastet, ja manchmal sogar überlastet" sei, so Degand. Raubuch ergänzt: „Da können an einem Tag, einschließlich Kindergruppen, durchaus schon mal 150 Leute vor Ort sein, bei Veranstaltungen noch mehr." Drockur räumt auch ein, die Lauftreff Freunde hätten „zeitlich sicher den geringeren Anteil an der Nutzung". Das ändere aber nichts am grundsätzlichen Problem das sich nicht wegdiskutieren lasse: Dass sich nämlich die Anlage sehr wohl von Vereinen in Schuss halten lasse, dass jedoch der Arbeitseinsatz von DJK und TV deutlich höher sei, als der Einsatz der Lauftreff-Freunde. Das gehe aber nicht an, da schließlich alle drei Vereine - wie es die, Satzung auch verlange - für den Unterhalt der Anlage sorgen müssten, Finanziell gesehen sei der derzeitige Aufwand auch nicht übermäßig groß, allerdings sei es eben ein großer Arbeitsaufwand, „zwei Tage ist man zum Beispiel im Einsatz, nur um die Wiese zu mähen".

Andere Arbeiten sind etwa die Wartung und die Pflege der Geräte oder gewissermaßen Hausmeisterdienste für die Schulen, die den Platz nutzen dürfen. „Da stehen wir auch 100 Prozent dahinter", so Degand, weil man eben dem Breitensport verpflichtet sei und natürlich auch auf Nachwuchs aus den Schulen hoffe. Was den finanziellen Aspekt betreffe, so müsse man allerdings jetzt dringend damit beginnen, Vorsorge für die Zukunft zu treffen, heißt: Rücklagen bilden für die Zeit, wenn größere Reparatur- oder Sanierungsmaßnahmen fällig werden, „eine Drei-Viertel-Mehrheit muss die Rücklagenbildung beschließen", so Degand.

Könnte einer der Vereine aus der Interessengemeinschaft austreten? Das sei durchaus möglich, was natürlich für den betreffenden Verein einen materiellen Verlust bedeuten könne. Denn schließlich habe sich jeder einzelne Verein finanziell am Bau der Leichtathletikanlage beteiligt: Noch zu DM-Zeiten hatte die Interessengemeinschaft 250000 Mark für den Bau bereitgestellt, wovon jeder Verein ein Drittel zu tragen hatte. Ein weiterer Punkt, der DJK und TV irritiert: Beide haben in einer Vereinsgemeinschaft und mit 45 000 € Unterstützung durch die Sportplanungskommission das Klubhaus mit Umkleideräumen an der Sportanlage gebaut, genutzt werde die Anlage aber auch immer von Lauftreff-Mitgliedern, ohne dass diese zum Unterhalt beitrügen. Zusammenfassend betont Raubuch: Wir wollen niemanden rausschmeißen, aber wir wollen, dass jeder in einer Solodargemeinschaft seinen Part erfüllt. Und Degand fügt an: „Die Stadt Püttlingen ist jedenfalls nicht in der Lage, für die Anlage aufzukommen – und das war auch nie so geplant.“

+ Meinung:

Die Stadt hat genug am Hals

VON SZ-REDAKTEUR

MARCO REUTHER

Der Lauftreff-Vorstand will die Investitionen schützen, die ein früherer Vorstand mit der Beteiligung des Vereins an der Leichtathletikanlage Breitwies tätigte. Das ist gut nachvollziehbar. DJK – Und TV – Püttlingen verlangen, dass die Unterhaltung der Anlage nicht nur an ihnen „hängen bleibt“. Das ist absolut nachvollziehbar. Im Sinne des Sports bleibt zu hoffen, dass die beteiligten Vereine doch noch gemeinsam eine Lösung finden können und vielleicht wieder zueinander finden. Was jedenfalls nicht passieren darf: Dass irgendwann die Stadt Püttlingen als Betreiber der Anlage einspringen muss. Die Vereine wollten die Anlage und müssen sich nun auch darum kümmern, ohne der hoch verschuldeten Stadt und den Steuerzahlern die Kosten aufzubrummen. Noch sieht es nicht so aus, als würde dies geschehen. Und dabei muss es auch bleiben.

Aus SZ vom 20. Juni 2005

Rainer Müller siegt aus dem Bauch

Rekordbeteiligung beim Köllertaler Hitze-Sonnwendlauf über 10 Meilen – Favoritin Jakobs schnellste Frau

Es war heiß, es war schwer, aber es gab genug Schatten, Wasser und Beifall. Und deshalb gingen fast alle der 362 „Finisher" an ihre Grenzen. Der 18. Köllertaler Sonnwendlauf gestern im Wald zwischen Völklingen und Püttlingen war       sportlich und organisatorisch eine    gelungene Veranstaltung.  "Hervorragend", lobte Landesvolkslaufwart Erwin Schütz.

 

VON SZ-REDAKTEUR

PETER WAGNER

 

Völklingen/Püttlingen. Er hatte sich nicht Tage vorher angemeldet, so wie einige Konkurrenten. Sondern Rainer Müller hielt es wie so oft, nämlich entschied morgens daheim in Weiskirchen-Rappweiler aus dem Bauch, da rauszugehen und einen Wettkampf zu laufen. Gestern hieß das: den 18. Sonnwendlauf der Lauftreff-Freunde Köllertal zu bestreiten, der allerdings erst zum zweiten Mal über zehn englische Meilen (16,1 Kilometer) statt über die Standardstrecke von zehn Kilometern ging. Neu war der Startplatz Völklingen, wohin die Köllertaler wegen einer Baustelle in der Heimat sowie dem Sommer-Biathlon ausgewichen waren. Der 38-jährige Rainer Müller (Lauftreff-Freunde Marpingen) gewann den Wettbewerb denn auch, und zwar in der sehr guten Zeit von 54:34 Minuten. Es war für die Teilnehmer auf der Begegnungs-Strecke mitreißend zu sehen, wie der drahtige Müller über die Waldwege zwischen Völklingen und Püttlingen fegte und dabei kaum hörbar atmete und Bodenkontakte hatte. Er hätte noch Luft gehabt, um zuzulegen, falls ein Konkurrent ihn hart gefordert hätte. Der Zweite, Patrick Altmeyer von  Schlau.corn.Saar 05, hatte über drei  Minuten  Rückstand, auf Platz  drei  folgte Vorjahressieger Thomas Dehaut aus Landstuhl in 57:56 Minuten. Mit Bernhard Glasow von Saar 05 bewältigte ein vierter Athlet den hügeligen und kurvigen Parcours unter einer Stunde.

Die Frauenwertung gewann Favoritin Marion Jakobs von Saar 05 Saarbrücken in 67:58 Minuten vor Vereinkameradin Sandra Altmeyer in 70:20 Minuten und Heike Angel von den Bisttal Runners in 71:02 Minuten. Die auf allen Strecken bis Marathon stets auf hohem Niveau und mit ansteckender Freude rennende Heike Angel, 45 Jahre alt, gewann auch ihre Altersklasse mit sechs Minuten Vorsprung.

Interessanterweise wurde der Sonnwendlauf vom Gros des Feldes weniger als Trainings- oder Erlebnislauf angegangen. Nein, die meisten machten sich richtig müde und wollten ihre Bestleistung vom Vorjahr unterbieten, und das bei Temperaturen über 20 Grad bereits am Start. Der dichte Baumbestand auf fast der gesamten Strecke und gleich mehrere gut platzierte und organisierte Wasserstellen boten aber ausreichend Schutz vor Ermattung.

362 Läufer kamen ins Ziel, das waren etwa 50 mehr als bei der Premiere über zehn Meilen im vorigen Jahr. Unter Vierer-Schnitt (ein Kilometer in vier Minuten, das sind insgesamt 64 Minuten) blieben 14 Starter, unter 65 Minuten 16 Starter, unter 66 Minuten 25 Starter und unter 67 Minuten 32 Starter. Die 70-Minutengrenze wurde von 62 Läufern unterboten, unter 75 Minuten blieben 1003. Um in der ersten Hälfte des Feldes anzukommen, musste man 80:19 Minuten rennen. Das sportliche Niveau war insgesamt höher  als   bei   normalen  Volksläufen.   Das   zeigt,  dass   sich  die   Teilnehmer  des Sonnwendlaufs auf diese nicht ganz leichte Prüfung vorbereitet hatten.

Aus den Altersklassen ragten bekannte Köpfe heraus: Georg Iwanski (LTF Köllertal) gewann die „M55“ in 61:01 Minuten, Peter Steinbrecher von LAG Saarbrücken die „M65“ in 68:57 Minuten, Bertram Keiling (LTF Köllertal) die „M50“ in 66:19 Minuten, Armin Noll (TV Niederwürzbach) die „M45“ in 61:22 Minuten, Rainer Hippchen (TV Bliesdahlheim) die „M60“ in 70:34 Minuten. Roswitha Kreutzberger (VfA Neunkirchen), Jahrgang 1941, lief in 91:47 Minuten manchem Jüngling weg.

Beim  Jedermannlauf  über fünf  Kilometer (50 Teilnehmer im Ziel)   ragte Thomas Schütz (LC 72 Altenkessel) in 18:01 Minuten  heraus.  Zweiter  wurde  Sascha  Hahn (Saar05) in 20:33 Minuten, Dritter Heiko Maas vom LC Völklingen in 21:04 Minuten. Den Schülerlauf über zwei  Kilometer gewann Sascha Zobel, Jahrgang   1991, von   LTF Köllertal   in 7:23 Minuten vor den gleichaltrigen Vereinskameraden Alexander Kneip und Steffen Dressier. 168 Jungen und Mädchen kamen ins Ziel.                                                                        WP

Aus SZ vom 20. Juni 2005

Laufsport an neuem Ort

Sonnwendlauf wurde auf Anhieb heimisch

Tausend Sachen kann der Organisator eines Volkslaufes durch den Wald mit 600 Teilnehmern falsch machen. Beim 18. Sonnwendlauf der Lauftreff-Freunde Köllertal gestern zwischen Völklingen und Püttlingen klappte zur Begeisterung der Sportler aber nahezu alles bestens.

 

VON SZ-REDAKTEUR

PETER WAGNER

 

Völklingen/Püttlingen. Anders als seine 17 Vorgänger begann und endete der gestrige Köllertaler Sonnwendlauf nicht in Püttlingen, sondern in Völklingen. Aber es war, als ob es schon immer ein Völklinger Lauf gewesen wäre. Und wie es aussieht, wird es auch ein Völklinger Lauf  bleiben.  Der Sonnwendlauf, so   befanden  Teilnehmer  wie Verantwortliche, ist auf Anhieb in Völklingen heimisch geworden.

Viel zu organisieren

Nächstes Jahr wird er vielleicht im Hermann-Neuberger-Stadion starten, was von Vorteil wäre. Wegen einer Rad-Veranstaltung eines Völklinger Vereins, der zu Hause ältere Rechte hat, hatten die Lauftreff-Freunde Köllertal großen organisatorischen Aufwand: Startnummernausgabe, Verpflegung und Siegerehrung fanden vor dem Neuen Rathaus statt, Start, Ziel und Zeitnahme-Büro waren am und im Jugendzentrum (Stadionstraße) untergebracht. Duschen und Toiletten standen im Hallenbad zur Verfügung, Dass alle 600 Teilnehmer (in vier verschiedenen Wertungen), von der vierjährigen Joanna Folz (Zwei-Kilometer-Schülerlauf) bis zum Zehn-Meilen-Altersläufer schnellstens bekamen, was sie brauchten, also Wasser, Zuspruch und Urkunden, war eine Glanzleistung.

Idealerweise findet ein Volks- und Straßenläufer direkt nach dem Zieleinlauf stärkende Getränke vor, gelangt dann schnellstens zur Dusche, kann beim Rauskommen für wenig Geld eine durchgebratene Wurst und mehrere Sorten Kuchen kaufen, wirft noch während des Verzehrs erste Blicke in die Ergebnislisten, wird, sofern er gut war, rasch geehrt, vielleicht sogar beschenkt, und kann eine Stunde später bereits im Auto auf dem Nachhauseweg sein.

Es gibt im Saarland eine Hand voll Laufveranstaltungen (von etwa 60), bei denen dies alles annähernd gelingt. Der Sonnwendlauf war einer davon, übrigens auch der Völklinger Citylauf des LC Völklingen eine Woche zuvor. Die Mittelstadt hat also innerhalb von nur acht Tagen zwei Mal bewiesen, dass sie Laufsportveranstaltungen nicht nur gut aushält, sondern mit Leidenschaft austrägt. Die Teilnehmer durften sich, das ist wichtig allzeit sicher und gut geleitet fühlen.

Die Qualität der Veranstaltung zeigte sich auch oder besser: gerade an Kleinigkeiten. So war eigens ein Vereinsmitglied abgestellt, das an einem kleinen Gefällstück im dunklen Wald vor Stein und Wurzel warnte. Im Bad wurden die Leute nicht mit Schildern, sondern durch Personal zu den Duschen gewiesen. Die Urkunden, auf dickem Papier gedruckt, zeigten neben Namen und Platzierung auch die Durchschnittszeit je Kilometer an. Und in den Tüten für die Klassensieger steckten diesmal - neben Wein - Nudeln in Premium-Qualität. Diese sind bei Ausdauersportlern wegen der Kohlenhydrate ja sehr beliebt. Nichts gegen Duschgel, das man fast  überall gewinnt, aber diese Nudel-Geste fand besonderen Anklang.

Startgeld sieben Euro

Der 18. Sonnwendlauf wurde von einer großen Zahl   von  Sponsoren   unterstützt, lokalen aber auch überregional agierenden Unternehmen. Mit sieben Euro für , Zehn-Meilen-Lauf war das Startgeld im Verhältnis zum Gebotenen günstig.

Infos: www.sonnwendlauf.com

Aus SZ vom 20. Juni 2005

Tausende im Biathlon-Fieber

Püttlingen mobilisierte gestern tausende Fans beim Biathlon der Weltelite. Wir haben uns nicht nur den sportlichen Ergebnissen gewidmet (Seite D2), sondern auch das bunte Treiben drumherum beobachtet.

 

VON SZ-MITARBEITER

WALTER FAAS

 

Püttlingen. Was hat der „GruuwenGummi" mit Biathlon zu tun? „Damit decken wir die elektrischen Kabel ab", antwortet Frank Seger. Vor dem gestrigen Biathlon zogen beinahe 300 Helfer viele Strippen, um dem bislang im Saarland einzigartigen Sommer-Biathlon mit Weltmeistern und Olympiasiegern zum Erfolg zu verhelfen. Das ist auch gelungen. „Die Püttlinger müssen einen guten Schutzengel haben, damit sie dieses Bombenwetter bekommen", findet Gisela Deuster. Ehemann Werner resümiert: „Ein großer Image-Gewinn für die Stadt."

3000 Besucher im Stadion

Schon lange vor Beginn füllt sich die Tribüne an den Schießständen am Burgplatz. 3000 Menschen harren dort stundenlang aus, singen ein um das andere Mal den Ohrwurm „Vivat Colonia" laut mit, zelebrieren La-Ola und bejubeln die Kleinkaliber-Schüsse von Kati Wilhelm, Ole Einar Björndalen, Roman Dostal und anderen Athleten der Spitzenklasse. Die Zuschauer schwenken deutsche und norwegische Fahnen und sind bestens gelaunt: „Das ist mal ein Event nach meinem Geschmack!", strahlt Dietmar Servatius. Dass die Sonne brutal die Tribüne bestrahlt, beunruhigt allenfalls die 45 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, die am Ende tatsächlich einige Kreislaufschwächen behandeln müssen. An der 1,4 Kilometer langen Strecke selbst finden sich die Zuschauer bei weitem nicht an allen Stellen so zahlreich ein, wie die Veranstalter – Eine Eventagentur in Zusammenarbeit mit der Stadt – vielleicht erwartet haben. In Bereichen der Markt- und Ismertstraße bleiben etliche Plätze vor den Absperrgittern frei. Je mehr man sich aber dem Burgplatz nähert, desto enger steht das Publikum zum Anfeuern der Athleten.

Am besten haben es die Bewohner der Bahnhofstraße. Die haben sich, wie Heidi Andrcs, Freunde und Bekannte eingeladen. Heidi Andres schildert das Sonntags-Vergnügen: „Wir trinken Ramazotti und Kaffee, sitzen im Schatten und kriegen alles hautnah mit." Andere schauen sich, in einem eisernen Käfig stehend, das Spektakel aus luftigen 60 mMetern Höhe an, in die sie von einem mächtigen Kran hochgezogen wurden. Zwei Püttlinger Turner von der Skiabteilung, Jupp Schorr und Hans Illner („Wir trainieren seit Jahren auch  im Sommer auf Rollen“) hoffen darauf, dass sie den Stars in der Asphalt-Loipe „irgendwie" ein Set Rollski abluchsen können.

Schwieriger Übergang

Bei aller Freude gibt's aber auch etwas Kritik: „Mein Vater will heim. Wo kommen wir denn hier bloß über die Straße?", so eine Dame, die selbst schon im Rentenalter ist. Achillesferse scheint der Püttlinger Marktplatz zu sein, der lediglich über einen einzigen, dazu noch etwas versteckt liegenden, Übergang zu erreichen ist. Das stört aber den findigen Senior weniger, der flugs die Absperrung aushängt und die Piste überquert, ärgert aber die fliegenden Händler auf dem Marktplatz, die mangels Kunden  kaum Geschäfte machen. So kritisiert Herry  Weiland an seinem Bierstand: „Die regeln den Übergang sehr unflexibel. Etliche Leute haben sich schon darüber geärgert, weil sie kaum noch vom Marktplatz herausgekommen sind.“ Kleinere Unannehmlichkeiten, die mit Sicherheit bis zu einer weiteren Auflage des Sommer-Biathlons behoben sein werden, glaubt Besucher Heinz Teuchert: „Wenn es gelingt, diese Veranstaltung auszubauen, wäre das für die Stadt eine tolle sache“, lautet sein Resümee.

Aus SZ vom 20. Juni 2005

Wintersport bei 35 Grad

Kati Wilhelm und Michael Greis sind die Sommer-Biathlon-Könige von Püttlingen – Ole Einar Björndalen auf Platz drei

Die  Oberhoferin  Kati Wilhelm und der  Ruhpoldinger  Michael Greis  sind  die Sommer-Biathlon-Könige von Püttlingen. Die beiden DSV-Athleten kamen mit den für Wintersportler ungewohnten Temperaturen um die 35 Grad am besten zurecht. Der große Favorit, Ole Einar Björndalen aus Norwegen, kam nur auf Platz drei.

 

VON SZ-REDAKTIONSMITGLIED

ALEXANDRA KIESSLING

 

Püttlingen. Biathlon ist eine Wintersportart. Bei eisigen Temperaturen versammeln sich die Athleten in Norwegen, Finnland, in Ruhpolding oder in Oberhof. Fernab jeglicher Zivilisation, irgendwo im Wald, tragen sie mit Kleinkalibergewehren bewaffnet und auf Langlaufskiern skatend ihre Wettkämpfe aus. Und am Ende gewinnt immer Ole Einar Björndalen.

Per Definition bedeutet das, dass das Spektakel, das gestern in Püttlingen stattgefunden hat, keineswegs Biathlon war: Die Sonne schien heiß auf den Burgplatz, von Schnee keine Spur und richtige Skier hatte auch keiner der Athleten an. Wichtigstes Indiz aber: Ole Einar Björndalen hat nicht gewonnen! Der Ruhpoldinger Michael Greis und der Norweger Halvard Hanevold haben den Ausnahmeathleten geschlagen, bei einem Wettbewerb, der von den Veranstaltern bescheiden als „Biathlon der Weltelite" deklariert worden ist.

Ein bisschen schlucken musste Stimmungsmacher Matthias da schon, als Geburtstagskind Egon, dem gestern 3500 Menschen auf der Tribüne am Püttlinger Schießstand ein Ständchen zum 75. sangen, begann, seine Biathlon-Helden auf zu zählen: Uschi Disl, Ricco Groß, Raphael Poiree und seine Frau Liv Grete, die Egon Anfang des Jahres in Ruhpolding gesehen hat - sie alle waren gar nicht da, beim Treffen der angeblichen Biathlon-Weltelite im Saarland. Gehört, wer vom Organisationsbüro Niedermeier nicht eingeladen wurde, nicht dazu, ist nicht elitär? Oder passt die gesamte Weltelite tatsächlich in zwei Cabrios, so wie gestern in Püttlingen, wo man die Athleten die Strecke abfahren ließ?

Ohne Frage zählen einige der Biathleten, die am Püttlinger Elitetreffen teilgenommen haben, zur Weltspitze ihres Sports: Frode Andresen beispielsweise, oder seine Lebensgefährtin Gunn-Margit Andreassen. Auch Kati Wilhelm, die gestern die Damenkonkurrenz vor Sabrina Buchholz und der Italienerin Nathalie Santer gewonnen hat, gehört dazu. Sportlern wie Tobias Reiter, Eric Lesser, Jenny Adler und Carolin Gerstner sollte man - bevor man sie zur Weltelite macht - aber noch ein bisschen Zeit geben. Auch wenn der deutsche Nachwuchs sich berechtigte Hoffnungen machen darf, genau da einmal dazu zu gehören.

„Es ist toll, wenn man sich gegen Spitzenathleten behaupten kann",

"Es ist ungewohnt heiß hier. 

Man wird ganz rot."

Die Norwegerin Gunn-Margit Andreassen

zu den Biathlon-Bedingungen in Püttlingen

 

freute sich Tobias Reiter nach seinem Einzug ins Finale. Dritter hinter den beiden Final-Erstplatzierten war Reiter in seinem Halbfinallauf geworden. Weltmeister Roman Dostal aus Tschechien ließ der 21-Jährige damit hinter sich. Im Finale reichte es immerhin zu Platz fünf hinter Frode Andresen. Jörn Wollschläger aus Oberhof kam auf Platz sechs. Altmeister Peter Sendel, der im Januar vom aktiven Leistugssport zurückgetreten ist, und sich in Püttlingen noch mal die Rollskier an die Füße geschnallt hat, um einmal mitten in einer Stadt zu schießen, belegte den siebten und letzten Finalplatz.

Da insgesamt nur sieben Athletinnen am Start waren, entfiel der angekündigte zweite Halbfinallauf der Frauen komplett, Stattdessen tauschten die Starterinnen nach dem Halbfinale nur ihre Startpositionen und traten geschlossen zum zweiten Vergleich an. Kati Wilhelm gewann beide Male und bedankte sich nach dem Rennen beim Publikum: „Ihr habt toll geschrien, dann war's hier schon zu ertragen." Gemeint hat die Thüringerin die Hitze: Temperaturen um die 35 Grad machten vor allem der Norwegerin Gunn-Margit Andreassen zu schaffen. Es ist ungewohnt heiß hier. Man wird ganz rot", war der Kommentar der Wintersportlerin.

Den Charme eines Mattenskisprungwettbewerbs versprühte der Püttlingr Sommer-Biathlon gestern: Auch zum Skispringen gehört eigentlich zwingend Schnee. Dennoch locken Martin Schmitt und Co. Schon seit Jahren die Fans auch im August an die Schanzen. Genauso wie Björndalen, Wilhelm und die übrige Elite die Menschen immer wieder nach Püttlingen ziehen werden.

SZ vom 11./12. Juni 2005

Schnupper-Triathlon fällt aus

Differenzen zwischen LTF Köllertal und Fachverband

Püttlingen. Schwimmen im Heusweiler Bad, danach mit dem Rad zum Lauftreff nach Püttlingen, wo die abschließende Lauf-Disziplin bewältigt wurde - der so genannte Schnupper-Triathlon, den die Lauftreff-Freunde Köllertal (LTF) jährlich im Rahmen des Schüler-Ferienprogramms der Stadt Püttlingen anboten, war sehr beliebt. Diese Sportveranstaltung wird in diesem Jahr aber nicht mehr angeboten. Zwischen der Saarländischen Triathlon-Union als beaufsichtigendem Fachverband und dem Verein LTF Köllertal gibt es unterschiedliche Auslegungen und Ansichten, was Distanzen, die körperlichen Anforderungen an die Schüler und den mutmaßlichen Wettkampfcharakter betrifft.

Sei's drum, bei einer Austragung wären, nach derzeitigem Stand, die Teilnehmer möglicherweise unversichert, was weder Kindern noch Eltern und Ausrichtern zuzumuten wäre. Daher habe der LTF-Vorstand, wie er nun der Öffentlichkeit mitteilte, einstimmig die Absage für 2005 beschlossen. Gleichzeitig werde jedoch intensiv für das kommende Jahr an einer Neuauflage gearbeitet, hieß es.                                                                     WP

SZ vom 28./29. Mai 2005

"Breitwies war ein Fehler"

So schön das Leichtathletik-Stadion Breitwies sein mag, es ist auf Dauer von Amateuren nicht zu erhalten. Das sagen in später, aber nicht zu später Einsicht die Lauftreff-Freunde Köllertal. Und suchen mit anderen nach einem Ausstieg.

VON SZ-REDAKTEUR

PETER WAGNER

Püttlingen. Am Anfang vieler schöner Dinge ist Überschwang, dann folgt Abkühlung, Alltag, Abnutzung, schlimmstenfalls Verdruss. Mit Kinderspielsachen ist es so, mit Autos, Hüten und Sportstadien vielleicht auch. Die Leichtathletik-Anlage Breitwies in Püttlingen liegt herrlich am Waldrand, bietet den Sportlern hervorragende Bedingungen und wurde mit entsprechendem Elan aller Beteiligten gebaut. Das war vor gut vier Jahren.

Mittlerweile ist zumindest bei einem der Bauherren, den Lauftreff-Freunden (LTF) Köllertal, die Euphorie verflogen, wird die Beteiligung, zumindest in ihrem Ausmaß, auch von Repräsentanten des Vereins rückwirkend als Fehler bezeichnet. Die LTF, der TV Püttlingen und die DJK Köllerbach hatten jeweils 80 000 Mark plus Arbeitsleistungen in das Projekt gesteckt, das Grundstück gehört der Stadt.

Die Lauftreff-Freunde beobachten nicht erst seit gestern, dass kaum einer ihrer Läufer die Tartanbahn braucht. Der Verein ist überwiegend breitensportlich orientiert, die Jogger und Walker machen sich lieber im Wald müde, anstatt sich auf der hochwertigen Kunststoffbahn zu langweilen. Die Könner des Vereins absolvieren ihre Tempo-Einheiten bevorzugt auf vermessenen Asphaltstrecken und Feldwegen. Die LTF Köllertal könnten also auf die Anlage verzichten. Sie nutzen sie vor allem deshalb, weil es sie gibt. Der ursprünglich angenommene Bedarf ist jedenfalls nicht da, die Wirklichkeit hat den Verein eingeholt. Mittlerweile ist auch eine Grund-Unstimmigkeit, so LTF-Vorsitzender Reinhard Lippert, zu spüren, was die Pflege- und Unterhaltsleistungen auf der Anlage betrifft. Will heißen, andere beklagen das ihrer Ansicht nach zu geringe Engagement der Lauftreffler. Diese gestehen auch ein, dass die anderen Clubs mehr leisten, wollen sich aber auch nicht vorhalten lassen, irgend jemandem pflichtwidrig etwas schuldig geblieben zu sein.

In den Augen des LTF-Vorstandes ist solch ein Berechnen und Aufrechnen, wer wie oft da ist und wie viele ehrenamtliche Stunden leistet, sowieso nicht angemessen, beziehungsweise geht am Kern des Problems vorbei. Es verhalte sich so, dass es „objektiv unmöglich ist, die Anlage mit Laien zu unterhalten. Das hängt nicht vom Wollen ab", bringt es Vorstandsmitglied Erich Schermer im Gespräch mit unserer Zeitung auf den Punkt. Schermer gibt zu bedenken, dass Aufwand und Intensität der Pflege weder von einem noch von drei Vereinen geleistet werden könnten, jedenfalls nicht, ohne die Clubs und ihre Mitglieder zu überfordern. Dies gelte umso mehr, als mit zunehmenden Jahren immer mehr zu arbeiten sei. Das kann teuer werden, und auch die bestgepflegte Laufbahn geht irgendwann kaputt.

Nun hoffen die LTFler, mit den beiden anderen Vereinen, dem Förderverein Breitwies sowie der Stadt Püttlingen eine Lösung zu finden, wie die Anlage zu erhalten und zu tragen ist, ohne dass einer der Beteiligten von den Lasten erdrückt wird.

Öffentlicher Anzeiger für die Stadt Püttlingen vom 28. April 2005

Gesund und fit mit dem LTF Köllertal

Neue Anfängerkurse starten am 7. Mai

Wenn Sie von erfahrenen Sportlern lernen möchten, wie gesund das Laufen für den Körper ist, dann lassen Sie sich ab Samstag, den 7.5., von den Lauftreffleitern der LTF Köllertal an diesen schönen Sport heranführen. Auf dem Waldparkplatz Amelsberg (Ortsverbindungsstraße aus Köllerbach Richtung Sprengen, erste Kreuzung rechts abbiegen dann noch 400 m) beginnen um 15.30 Uhr die neuen Anfängerkurse - natürlich kostenfrei und ohne Verpflichtung. Bringen Sie Sportschuhe, bequeme Kleidung und Lust auf Fitness mit. Sie haben Gelegenheit, von den Gruppenleitern eines der größten südwestdeutschen Laufvereine wesentliche Grundlagen des Laufsportes zu erlernen.

Weitere Infos bei Martin Linnenberger, Tel.: 06898/6940418.

SZ vom 26. April 2005

Förderverein Leichtathletik Püttlingen will Mitglieder werben

Vorstand vermutet: Lauftreff-Freunde ziehen sich womöglich aus der Interessengemeinschaft zurück.

Der Förderverein Leichtathletik Püttlingen bestätigte Gerhard Bellas als Vorsitzenden. Am 9. Juli will sich der Verein bei der Einweihung des neuen Vereinsheims Im Stadion Breitwies engagieren.

VON SZ-MITARBEITER ROBERT BALTES

Püttlingen. Was der Förderverein Leichtathletik Püttlingen für den Sport leistet, machte Gerhard Ballas, der Vorsitzende, in der Mitgliederversammlung deutlich: „Die Übergabe einer Spende von 12 000 Euro am 27. Juni 2004 an die Interessengemeinschaft Leichtathletikanlage Püttlingen im Rahmen der Saarländischen Mehrkampfmeisterschaften hat öffentliche Aufmerksamkeit gefunden.“ Seit 2001 habe der Förderverein somit rund 22 000 Euro zur Verfügung gestellt.

„Auch künftig wird die Unterstützung des Fördervereins auf die Komplettierung und Unterhaltung der Leichtathletikanlage ausgerichtet bleiben, das heißt, das von der Vereinsgemeinschaft DJK Köllerbach und Turnerein Püttlingen errichtete Vereinsheim ist nicht Gegenstand unserer Fördermaßnahme", betonte Ballas in diesem Zusammenhang.

Die Zusammenarbeit innerhalb des Vorstandes des Fördervereins sei zwar gut gewesen, jedoch beklagte Ballas, dass die gewählten Mitglieder des Lauftreffs Köllertal (LTF) ihre Mitarbeit eingestellt hätten. Toni Blum, der langjährige Vorsitzende der LTF, sei gar aus dem Verein ausgetreten.

Die Mitgliederzahl des Fördervereins habe sich von 83 auf 82 verringert. Neue Mitglieder zu gewinnen, sei schwierig, mit persönlichen Ansprachen solle deshalb Werbung betrieben werden. Als positiv bewertete Ballas, dass Mitglieder über ihren normalen Mitgliedsbeitrag hinaus und auch Außenstehende in "nicht unerheblicher Größenordnung Spenden erbringen".

Mit Ballas, seiner Vertreterin Annegret Hämsch, Schatzmeister Wilfried Schless, Schriftführer Peter Drockur, den Beisitzern Anton Groß, Wolfgang Hentges, Evi Raubuch, Günther Wirtz, Helga Himbert und dem neu in den Vorstand gewählten Norbert Schmauch wurde die Vereinsführung fast komplett in ihren Ämtern bestätigt. Werbung will der Förderverein nun bei den Sportveranstaltungen in der Leichtathletikanlage Breitwies betreiben.

Der Lauf in den Frühling, mit dem der Förderverein die Saison bisher eröffnete, werde in diesem Jahr nicht mehr stattfinden, da die Resonanz in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Stattdessen will man sich bei der Einweihung des Vereinsheims  am 9. Juli,  die  mit einem Springer-Meeting  verbunden ist,  stark engagieren.

Wie  es  mit   der Interessengemeinschaft Leichtathletikanlage Breitwies, bestehend  aus TV,  DJK  und  LTF,  weitergehen   wird,   stehe  noch  in  den  Sternen.   Alfred   Degand, Vorsitzender der DJK und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Leichtathletik, sagte, dass  das  Engagement  der  Lauftreff Freunde  Köllertal  beim  Bau  des Stadions selbst hinter dem von Turnverein und DJK zurückgeblieben sei, und am Bau des Vereinsheimes hätten sich die LTF gar  nicht  beteiligt.  Der  Rückzug  der beiden LTF-Vertreter aus dem Förderverein sei für ihn ein Zeichen, so der DJK-Vorsitzende,  dass die Lauftreff-Freunde aus der Interessengemeinschaft ausscheiden wollen.SZ vom 26. April 2005

Wochenspiegel vom 23. März 2005

Sommerbiathlon der Weltelite lockt Sprint- und Schießstars nach Püttlingen

Weltweit erste Sportveranstaltung dieser Art am 19. Juni 2005 in der Köllertalstadt

PÜTTLINGEN (mj). Was im vergangenen Jahr aus Zeltgründen verschoben werden musste, wird in diesem Jahr Realität: der 1. Innenstand-Sommerbiathlon weltweit am 19. Juni in der Stadt Püttlingen

Namhafte Läufer der Weltspitze, wie zum Beispiel Kathi Wilhelm oder Halvard Hanevold, steht auf dem Programm und werden die Köllertalstadt sicherlich weit über Ihre Grenzen hinaus bekannt machen.

Ziel des Sportereignisses soll es sein, die Marke "Stadt Püttlingen" ins Bewusstsein zu rücken und damit den örtlichen Handel und die Vereine der rund 20.000 Einwohnerstadt zu stärken, erklärte Bürgermeister Martin Speicher.

Richtig ins Schwärmen gerät der Verwaltungschef, wenn er erzählt, wie der Sommerbiathlon organisiert ist.

Statt auf schmalen Langlaufski wird die Weltelite des Biathlon in Püttlingen auf Rollski zum Wettstreit antreten. Für die Fans an der Strecke wird der Biathlon ein unvergleichliches Ereignis werden, denn der 1,4-Kilometer-Rundkurs führt mitten durch die Stadt, wobei die Schießanlage zentral auf dem Burgplatz liegt. Dort wird auch die große Zuschauertribüne mit 3.500 Stehplätzen ihren Platz finden.

Der Wettkampf (mit Einlagenkämpfen von Läuferinnen und Läufern der, Weltspitze) selbst wird ein Sprintrennen mit Massenstart sein, an dem jeweils 14 Frauen und Männer gegeneinander antreten. Sieben Athleten kämpfen in je zwei Halbfinalläufen um den Einzug ins Finale. Der Wettkampf startet mit einem Liegendschießen - danach müssen sowohl die Damen, als auch die Herren den Parcours fünf Mal durchlaufen. Vier weitere Schießeinlagen (zweimal liegend, zweimal stehend) mit je fünf Schuss sind dann noch zu bewältigen.

Die Biathleten dürfen drei Mal nachladen, steht dann noch immer eine Scheibe, müssen sie pro Schießfehler für zehn Sekunden in die Straf-Box. Die Siegerehrung erfolgt im Anschluss an die beiden Finals durch die saarländische Innen- und Sportministerin und Schirmherrin Annegret Kramp-Karrenbauer und den Bürgermeister der Stadt Püttlingen, Martin Speicher.

Für Gaby Schäfer, Staatssekretärin im Innen- und Sportministerium, und Gerd Meyer, Chef des Landessportverbandes und Toto-Direktor, ist die Veranstaltung eine „super Idee" und eine „einmalige Chance, ein solch attraktives Sportereignis ins Saarland zu holen".

Mit rund 10.000 Furo wird sich die Stadt Püttlingen an dem Sommerbiathlon finanziell beteiligen. Die Hauptfinanzlast liegt bei der Agentur Niedermeier.+

Möglich wird diese Veranstaltung durch die Unterstützung der saarländischen Landesregierung sowie namhafter Sponsoren.

Tickets für dieses Event kosten 18 Foto (Tribünen-Stehplatz) und können ab sofort bei der Stadt Püttlingen reserviert werden (biathlon@puettlingen.de, Tel, (0 68 98) 691 -110). Der Kartenvorverkauf beginnt am 11. April im Rathaus Püttlingen.

Das finanzielle Engagement der Stadt Püttlingen für den Sommerbiathlon soll übrigens die Unterstützung .der örtlichen Vereine nicht schmälern, versichert Bürgermeister Martin Speicher, der diesbezügliche Vorwürfe zurück­wies. "Wir haben unsere Vereine in der Vergangenheit vielfach - auch über das übliche Maß hinaus - unterstützt und werden dies auch weiterhin tun. Die notwendige Verlegung des traditionsreichen  Sonnwendlaufs der Lauf­trefffreunde Köllertal an diesem Tag nach Völklingen habe der Verein mit Verständnis aufgenommen, zumal die Laufstrecke durch das Köllertaler Wiesenpfädchen wegen Kanalbauarbeiten ohnehin erschwerlich schien.

Dass zum Sommerbiathlon die Püttlinger Gewerbetreibenden ihre Türen nicht öffnen, liege daran, so der Bürgermeister, dass die gesetzlich möglichen vier verkaufsoffene Sonntage bereits fest terminiert seien.

Top-Biathleten in Püttlingen

PÜTTLINGEN (mj). Mit Halvard Hanevold und Kati Wilhelm haben bereits zwei Biathleten der Weltelite ihr Kommen zum 1, Sommerbiathlon in Püttlingen zugesagt. Halvard Hanevold ist mehrfacher Olympiasieger und Weltmeister: Kati Wilhelm ist Olympiasiegerin, Weltmeisterin  und Vizeweltmeisterin. "Wir werden in den nächsten Wochen weitere Top-Athleten präsentieren können," erklärt Veranstalter Ralf Niedermeier.

SZ vom 11.März 2004

SOMMER-BIATHLON KOMMT NACH PÜTTLINGEN

Kimme, Korn und Rollen-Ski

Der Sommer-Biathlon kommt doch: Am 29. Juni gibt es erstmals einen solchen Schaukampf in Püttlingen, beschloss der Stadtrat mit den Stimmen der CDU.

VON SZ-MITARBEITER ROBERT BALTES

Püttlingen. In Zusammenarbeit mit der Regierung des Saarlandes, dem Saarländischen Bergsteiger- und Skiläuferbund im Landessportverband und der Saarbrücker Veranstaltungsagentur Niedermeier als Ausrichter wird in Püttlingen am 19. Juni ein Sommerbiathlon-Schaukampf stattfinden, Das wirtschaftliche Risiko der Großveranstaltung trägt die Agentur, die Stadt Püttlingen schießt 20 000 Eure dazu, plus geschätzte 10 000 Euro an Verrechnungskosten für die Leistungen des städtischen Bauhofs. Schon für das vergangene Jahr war eine solche Veranstaltung vorgesehen, kurzfristig konnte das Projekt aber nicht umgesetzt werden.

Die Initiative zu dem Wettbewerb kam von einer Familie aus Illingen mit Verbindung zum Biathlon-Leistungszentrum im thüringischen Oberhof. Sie war mit der Idee, im Saarland ein Sommer-Biathlon auszurichten, an das Innen- und Sportministerium herangetreten.

Die Landesregierung sieht solche Veranstaltungen als Instrument zur Förderung des Tagestourismus in der Region an. Auf die Anfrage, ob Interesse an der Durchführung bestehe, signalisierte die Püttlinger Verwaltung Zustimmung und erhielt den Zuschlag. Die Agentur Niedermeier plant nun einen Einladungswettkampf mit Spitzenstars der Biathlon-Szene - wer genau kommt, ist noch nicht bekannt gegeben. Gelaufen wird mit Rollski, geschossen mit Kleinkalibergewehren. Die Strecke soll vorn Burgplatz über Bahnhof- und Marktstraße um den Marktplatz und zurück zum Burgplatz führen, wo vor einer Tribüne mit Platz für 3500 Zuschauer ein Schießstand errichtet wird.

Fast pathetisch warb Gosbert Hubertus, Vorsitzender der CDU-Fraktion, für das Vorhaben: Von „Weltpremiere", einer „ehrenvollen Aufgabe, die Püttlingen weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus als weltoffene, kreative, leistungsfähige und innovative Stadt darstellen würde", sprach er und wies darauf hin, damit die „Marke Püttlingen bundesweit zu transportieren“. Zu den Kosten, die die Stadt aufzubringen habe, bemerkte er, dass Heusweiler und Riegelsberg als Durchgangsorte für die Tour de France deutlich höhere Summen aufgewendet hätten. „Grundsätzlich positiv", stand die SPD-Fraktion, so ihre Vorsitzende Denise Klein, dem Vorhaben gegenüber, aber „die Durchführung dieses Events kostet die Stadt 30 000 Euro, und ein direkter Nutzen ist nicht erkennbar, weder für die Stadt noch für die Gewerbetreibenden". „Jeder Zuschuss an Vereine wird auf den Prüfstand gelegt, Landeszuschüsse müssen wir dankend ablehnen, da wir die Eigenmittel für die einzelnen Maßnahmen nicht aufbringen können", waren letztlich ihre Argumenten gegen die Veranstaltung.

Kerstin Bremm kündigte Enthaltung ihrer FDP-Fraktion an, weil die Haushaltslage der Stadt katastrophal sei, und 20 000 Euro in eine Veranstaltung mit ungewissem Erfolg zu investieren, sei nicht gerechtfertigt. Franz Hertel, Chef der DKP-Fraktion, begann seine Argumentation kontra Sommer-Biathlon mit einem Ausflug in die große Politik, um dann, mit Blick auf die Förderung durch die Landesregierung, festzustellen: „Solche Großveranstaltungen können zwar von vielen Versäumnissen der Regierenden ablenken, sie sind jedoch kein Ersatz für eine Politik, die den Kommunen langfristig eine Perspektive zu bieten hat."

Günter Klein (CDU) warb mit der Feststellung für Zustimmung, dass man keine Gewinne machen könne, wenn man keine Risiken eingehe, und deshalb müsse man zwar sparen, aber auch Geld ausgeben, wo es Gewinn bringen könne.

Der Hinweis von Bürgermeister Martin Speicher, dass das Event „Wert für Handel und Gewerbe" habe, konnte die Fraktionen von SPD, DKP und FDP in ihrer Haltung nicht umstimmen.

Ob Stars der erfolgreichen deutschen Biathlon-Szene wie Uschi Disel auch beim Sommer-Biathlon in Püttlingen antreten, ist noch offen.

+ Meinung

Ein Kracher nach hinten

VON SZ-REDAKTEUR PETER WAGNER

30 000 Euro Steuergeld für eine Veranstaltung mit nicht sicheren Chancen zu verschießen, ist ein Knaller, der nach hinten losgehen kann. Zumal die Politik nicht klar dahinter steht. Püttlingen arbeitet unelegant und teuer an einem Profil: erst Stabhochspringen, dann Kartfahren, nun Biathlon - ja, was darf's denn noch sein an Probe-Events? Derweil werden die heimischen Vereinssportler mit ihren Veranstaltungen an den Rand beziehungsweise nach Völklingen gedrängt, siehe Sonnwendlauf am selben Tag.

SZ vom 10. Dezember 2004

Püttlinger Sommer-Biathlon noch nicht ganz in trockenen Tüchern

Thema aus Stadtrats-Tagesordnung gestrichen


Kurzfristig wurde das Thema Sommer-Biathlon aus der Tagesordnung der Püttlinger Stadtratssitzung genommen. Offenbar sind noch nicht alle Fragen geklärt.

VON SZ-MITARBEITER WALTER FAAS

PüttlIngen. Der Sommer-Biathlon, den die Stadt Püttlingen plant (wir berichteten), ist offensichtlich schwierig in trockene Tücher zu verpacken. Diesen Eindruck muss man gewinnen, wenn man die bisherigen Diskussionen zum Thema zusammenfasst: Bereits in diesem Jahr wollte die Stadt Püttlingen in Zusammenarbeit mit einer professionellen Veranstaltungs-Agentur Weltmeister und Olympiasieger auf die sommerliche Loipe durch die Köllertalstadt schicken und auf dem Burgplatz schießen lassen. Ein in der Tat bislang einmaliges Ereignis, das aber letztendlich an Termin-Schwierigkeiten und Sicherheitsfragen scheiterte. Mit der Folge: Stadt und Veranstalter nahmen vorerst Abstand, aber ohne das Ziel für das Jahr 2005 aus dem Auge zu verlieren- Dann soll der Sommer-Biathlon mit einem verbesserten Konzept tatsächlich den Blick der Öffentlichkeit auf Püttlingen lenken.

Kollision mit Sonnwendlauf

Dass der geplante Termin ausgerechnet mit dem seit Jahren etablierten Sonnwendlauf der Lauftreff-Freunde Köllertal kollidiert, wie von der SZ gestern berichtet, mag auf Pech oder Unbedachtheit zurückzuführen sein. Ob die Termin-Überschneidung der Grund dafür war, dass die Verwaltung der Stadt Püttlingen in der Stadtratsitzung am Mittwochabend das Thema "Sommer-Biathlon" kurzfristig von der Tagesordnung nahm, sei dahin gestellt. Eine entsprechende Anfrage der "SZ" beantwortete gestern Hauptamtsleiter Rudi Jungmann jedenfalls so: Das Thema sei dem Bürgermeister und seinen Fachämtern zurückgegeben worden, damit weitere Verhandlungen und Vorplanungen zur Durchführung der Großveranstaltung erfolgen könnten. Insbesondere gehe es dabei darum, die Finanzierung des Projektes zu sichern, um das Risiko der Stadt zu verringern, denn die Stadt soll immerhin 20 000 Euro für das "Event" in ihren Haushalt einstellen.

„Zu viel des Guten"

Dazu erklärte Franz Hertel, Chef der DKP-Fraktion im Rat, am Rande der Sitzung in einer Presse-Mitteilung: "Vor allem sind wir nicht bereit, 20 000 Euro in ein kommerzielles Unternehmen zu stecken." In einer Zeit, in der selbst kleinere Beträge im Haushaltsplan beziehungsweise durch das beschlossene Konsolidierungs-Programm eingespart werden, passe es nicht in die Landschaft, einen derart hohen Betrag für eine „Schnapsidee“ auszugeben, so Hertel. Die DKP-Fraktion fände es auch „fragwürdig", dass sich die Verwaltung immer stärker als Veranstaltungsbüro für professionelle Unternehmen betätige.

Hertel: „Wir befürchten, dass auf Dauer die eigentlichen Aufgaben der Stadt darunter leiden könnten." Natürlich sei nichts dagegen zu sagen, wenn den Bürgern hin und wieder Besonderes geboten werden. Dies sei aber bereits mit dem schon beschlossenen City-Kart-Cup im September 2005 der Fall, so Hertel: „Jetzt soll auch noch das Biathlon-Spektakel hinzukommen. Wir haben Bedenken, ob das nicht des Guten zu viel ist!“

Aus SZ vom 9. Dezember 2004

SONNWENDLAUF IN GEFAHR

Es droht der Ausfall

Der neue Vorstand der Lauftreff-Freunde Köllertal hat ein Problem: Der für 19. Juni geplante Sonnwendlauf kann nicht in der gewünschten Form stattfinden. Der Verein, der 770 Mitglieder hat, bräuchte die Einnahmen dringend.

VON SZ-REDAKTEUR PETER WAGNER

Köllertal. Die 19. Auflage des Köllertaler Sonnwendlaufes am 19. Juni war schon „fast perfekt", so der stellvertretende Vorsitzende der Lauftreff-Freunde Köllertal, Wolfgang Neurath. Doch weil in Köllerbach ausgerechnet an diesem Tag eine Sommer-Biathlon-Veranstaltung angesetzt ist, wichen die Läufer früh nach Völklingen aus, ohne allerdings das Tal des Köllerbachs zu verlassen. Sie wollten den Sportlern, zuletzt 700, etwas Besonderes bieten, nämlich Start und Ziel des Sonnwendlaufes ins Hermann-Neuberger-Stadion legen. Die Verwaltungsspitze von Völklingen sei begeistert gewesen, so die Lauftreff-Freunde Neurath, Reinhard Lippert (Schatzmeister) und Toni Lesch (Sportlicher Leiter) beim Besuch unserer Zeitung. Dann habe sie allerdings einem Verein aus der Stadt, der an diesem Tag eine Radtour anbietet, „alte Rechte" des Vortritts gewähren müssen. Stadion, Halle und Strecke mit den Radlern teilen zu müssen, wäre höchst kompliziert, schon wegen fehlender Parkplätze. Und jetzt wissen die Lauftreff-Freunde nicht, was sie tun sollen. Die Traditionsveranstaltung, die halt nur zur Sonnwende (Sommeranfang) stattfinden kann, wurde erst im vorigen Jahr von zehn- Kilometer auf zehn Meilen verlängert und füllte damit eine Marktlücke. Eine Rückkehr zur Zehn-Kilometer-Distanz wird deshalb ausgeschlossen. Auf den Termin am Vorabend zurückzukehren, halten die Verantwortlichen ebenfalls für nicht gut. Es ist den meisten Läufern zu heiß zu dieser Stunde. "Wir suchen weiter nach Alternativen", heißt es. Aber welche das sein könnten, ist ungewiss. Wie es aussieht, ist der traditionsreiche Sonnwendlauf in Gefahr, erstmals auszufallen.

Der Verein, der nur sehr geringe Mitgliedsbeiträge erhebt (18 Euro im Jahr für Einzelpersonen), bräuchte die Einnahmen aus der Großveranstaltung allerdings dringend, um den Sportbetrieb aufrecht zu erhalten. Ansonsten müsste an kleinen Aufmerksamkeiten für die Mitglieder gespart werden, etwa beider Weihnachtsfeier.

Abgesehen von dem Problem mit dem Sonnwendlauf sind die Lauftreff-Freunde, die seit Januar einen neuen Vorstand mit vielen Ideen haben, guter Dinge. Die Zahl der Mitglieder beträgt, nach Bereinigung der Kartei, 770 und steigt gegen den allgemeinen Trend. Der Verein, der im ganzen Südwesten der Republik bekannt ist hat sich vor allem dem Breitensport verschrieben. Vier Mal im Jahr informiert eine Zeitschrift über Erfolge und Termine. Das „typische“ Mitglied ist 40 bis 60 Jahre alt, macht hier unter Anleitung die ersten Laufschritte und bleibt als regelmäßiger Hobbyläufer „zum Energie-Tanken" (Neurath) der großen Laufgemeinschaft treu. Allerdings hat der Verein auch 150 regelmäßige Wettkampf-Teilnehmer in seinen Reihen, 50 Leute sind jederzeit Marathon-fähig, und eine kleine Gruppe hat sich auf Ultraläufe jenseits der 50 Kilometer spezialisiert. Auch eine Triathlon-Abteilung mit 20 Mitgliedern gehört zu den Lauftreff-Freunden.

+ Meinung

Laufen auf Sonderwegen

VON SZ-REDAKTEUR PETER WAGNER

Der Sonnwendlauf, einst 1000 Teilnehmer stark und zuletzt eine unauffällige unter vielen Veranstaltungen dieser Art, war im Sommer durch einen mutigen Schritt der Lauftreff-Freunde nach vom gebracht worden: Er ist das einzige Rennen im Saarland über zehn Meilen, und dieses Alleinstellungsmerkmal darf nicht aufgegeben werden. Allerdings würde die Lauf-Szene den rührigen Veranstaltern in der jetzigen Notlage Sonderwege verzeihen: So wäre eine Rückkehr auf den Samstagabend ebenso denkbar wie ein Schlenker außerhalb des Köllertals oder sogar eine Verlegung um eine Woche nach vorn oder hinten. Man müsste diese Wege nur erklären können.

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