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Aus SZ vom 25. Oktober 2005
Lauftrefffreunde
suchen den Absprung
Außerordentliche Mitgliederversammlung
Der Vorstand der Lauftrefffreunde Köllertal möchte die
Beteiligung seines Vereins an der Leichtathletikanlage Breitwies wieder los
werden, da man wegen der hohen Unterhaltskosten in Sorge sei.
VON SZ-REDAKTEUR
PETER
WAGNER
Püttlingen. Die Lauftreff-Freunde (LTF) Köllertal
suchen einen Ausstieg aus ihrer Beteiligung am Leichtathletik-Stadion
Breitwies. Wie der Vorstand gegenüber unserer Zeitung mitteilte, habe er
erstmalig seit Einweihung der Anlage im Jahr 2001 einen Haushaltsplan erhalten,
der die voraussichtliche finanzielle Entwicklung bis zunächst 2009 aufzeigen
solle. Die Zahlen sind offenbar mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen
worden.
Die in der Interessengemeinschaft Leichtathletikanlage
Breitwies (IGB) zusammen- arbeitenden Vereine, TV 1890 Püttlingen, DJK
Köllerbach und eben LTF Köllertal, tragen die sich aus der Anlage ergebenden
finanziellen Verpflichtungen zu jeweils einem Drittel. Der LTF-Vorstand hat
beschlossen, und zwar dem Vernehmen nach einstimmig, den Mitgliedern in einer
außerordentlichen Versammlung am Sonntag, 6. November (17 Uhr, Obst- und
Gartenbauverein Köllerbach) alle Informationen über die sich aus ihrer Sicht
abzeichnenden Risiken für die LTF-Finanzen aufzuzeigen. Eingeladen werden
sollen der Püttlinger Bürgermeister Martin Speicher, der Vorsitzende des
Fördervereins Leichtathletik Püttlingen, Gerhard Ballas, sowie Alfred Degand
als Vorsitzender der IG Breitwies, die man um eine Stellungnahme bitten möchte.
Der LTF-Vorstand sieht die zukünftige
jährliche finanzielle Mehrbelastung durch die Anlage bei 15000 Euro. Das ist
sehr viel für einen Lauftreff-Verein, dessen Mitglieder überwiegend im Wald und
auf der Straße rennen. Investitionen in die technische Ausstattung der
Breitwies bringen den LTF-Mitgliedern deshalb nur unterdurchschnittlichen
Nutzen. Es wäre jedenfalls nicht überraschend und im Sinne des Vorstandes um
Reinhard Lippert, wenn die LTF-Mitglieder ihren Vorstand ermächtigten, aus der
Beteiligung auszusteigen. Andernfalls, so der Vorstand, drohten
Beitragserhöhungen, Mitgliederschwund und weitere Erhöhungen.
Am liebsten sähen die Lauftreff-Freunde eine „faire
Abstandssumme“ auf ihr Konto fließen. Sie möchten sich also ihre bisherige
Beteiligung abkaufen lassen. Ob überhaupt jemand den LTF-Anteil übernehmen
möchte, wer wie viel zu zahlen bereit ist, oder ob die beiden anderen Vereine
darauf bestehen, dass die Lauftrefffreunde die ursprünglich – unter einem
anderen Vorstand – eingegangenen Verpflichtungen einhalten, wird spannend zu
verfolgen sein. Als im Sommer das neue Vereinsheim von TV Püttlingen und DJK
Köllerbach eingeweiht wurde, hatte Püttlingens Bürgermeister Martin Speicher
jedenfalls angemahnt, dass alle beteiligten Vereine zu ihrer Verantwortung für
die Breitwies zu stehen hätten.
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Aus SZ vom 11. Juli 2005
„Sahnehäubchen“
dank „mühseliger Plackerei“
Neues
Vereinsheim von TV Püttlingen und DJK Köllerbach am Leichtathletikstadion
Breitwies offiziell eröffnet
Das von der
Vereinsgemeinschaft TV Püttlingen/DJK Köllerbach am Leichtathletikstadion
Breitwies errichtete Vereinsheim wurde, nach 20 000 Arbeitstunden, seiner
Bestimmung übergeben.
VON SZ-REDAKTEUR
PETER WAGNER
Püttlingen. „Die
Breitwies war kein Fehler“, sagte Innen-
und Sportministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in Anspielung auf die Kritik aus einem Püttlinger Sportverein, vielmehr sei
sie ein Modell für die Zukunft, weil durch den Einsatz von Geldern der
Sportplanungskommission (die 45 000 Euro beigesteuert hatte), der Stadt
Püttlingen und der Solidargemeinschaft von TV Püttlingen, DJK Köllerbach und
LTF Köllertal eine „Vorzeigeanlage" entstanden sei, der nun von der
TV/DJK-Vereinsgemeinschaft mit dem Vereinsheim das „Sahnehäubchen"
aufgesetzt worden sei.
Dass das neue Vereinsheim auch
der Muse dienen kann, zeigte bei der Eröffnung am Samstag ein „Querflöten-Doppelquartett":
Die Gruppe "Mädels aus dem Spielmannszug des TV", wie sie von ihrer
Leiterin, der Musikpädagogin Ingeborg Lang, bezeichnet wurde, sorgte für den
musikalischen Rahmen. Herbert Raubuch, Vorsitzender des TV, nannte den Bau des Vereinsheims
im Rückblick eine „mühselige Plackerei", die von der Vereinsgemeinschaft
nur dank des Einsatzes vieler Fachleute zu bewältigen gewesen sei. Manfred Bär
war für die Erd- und Maurerarbeiten zuständig, Reinhold Lehberger für
Schreinerarbeiten und Innenausbau, Anton Groß war der Fachmann für die
Elektroinstallation, für Verputz und Gipserarbeiten Alois Hergenhahn, den
Estrich verlegte Roman Benoit, die Fliesen Herbert Trunzler, Erich Roth und
Manfred Schmidt kümmerten sich um die Dachdecker- und Klempnerarbeiten, für
Heizung und Sanitär waren Stefan Nilius und DJK-Vorsitzender Alfred Degand
verantwortlich, für Malerarbeiten zeichneten Lehberger, Helmut Speicher, Helmut
Heckmann und Thomas Lothar verantwortlich, was mit Bagger oder Raupe erledigt
werden musste, tat Ferdi Zell.
Der TV-Vorsitzende wies besonders
darauf hin, dass das Gebäude nach dein neuesten Stand der vom Deutschen
Sportbund geforderten Umwelt-Technologie errichtet worden sei. Das Haus habe TV
und DJK nicht nur einen „Motivationsschub" gebracht, sondern sei auch ein
„Image-Gewinn" für die Stadt Püttlingen. Püttlingens Bürgermeister Martin
Speicher erinnerte daran, dass die Stadt, die Sportplanungskommission und die
Vereine die Säulen im Sportstättenkonzept der Stadt gewesen seien und dass auf
dieser Basis die Zuschüsse geflossen seien.
Insoweit hätten die Vereine
Verantwortung übernommen und sie hätten nun auch zu dieser Verantwortung zu
stehen: „Mit gutem Willen ist dies möglich", mahnte das Stadtoberhaupt im
Hinblick auf die Unterhaltung der Anlage durch TV, DJK und Lauftreff-Freunde.
Totodirektor Gerd Meyer,
Präsident des Landessportverbandes, gratulierte TV und DJK „zu dem großen
Ereignis". Er erinnerte daran, dass ohne den früheren Bürgermeister Rudolf
Müller das Projekt Breitwies nicht zu verwirklichen gewesen sei. Gerhard Ballas,
Vorsitzender des Fördervereins Leichtathletik, warb vor den zahlreichen Gästen
der Einweihungsfeier um weitere Unterstützung für die Leichtathleten.
<Zur Eröffnung gab es auch, in Nachfolge des Stabhochsprung-Rathaus-Cups,
ein Sprungmeeting, Bericht folgt.
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Aus SZ vom 07. Juli 2005
Die Arbeit hinter dem Sport
Vereine
uneins: Diskussion um Betreuung der Leichtathletikanlage Breitwies
Auseinandersetzungen
gibt es um die auch von Schulen immer wieder gerne genutzte
Leichtathletikanlage Breitwies: Während die Lauftreff-Freunde (LTF) Köllertal
erklärten, die Anlage sei auf Dauer nicht von drei Vereinen zu betreiben,
beklagen TV- und DJK-Püttlingen, dass sich die LTF nicht mehr am Unterhalt der
Anlage beteiligten.
VON SZ-REDAKTEUR
MARCO REUTHER
Püttlingen.
Nicht
ganz spannungsfrei ist derzeit das Auskommen der drei Vereine, die (noch) in
der Interessengemeinschaft LeichtathIetikanlage Breitwies (IG)
zusammengeschlossen sind. Auf der einen Seite stehen die Lauftreff-Freunde
Köllertal, auf der anderen der TV Püttlingen und die DJK Köllerbach (die beide
wiederum die Leichtathletik-Startgemeinschaft, LSG, bilden). Streitpunkt ist in
erster Linie die Leichtathletikanlage selbst, beziehungsweise der
Arbeitseinsatz, der dort von den drei Vereinen erbracht werden muss. Auf Dauer
sei es nicht möglich, die Anlage "mit Laien" zu unterhalten, das
hänge "nicht vom Wollen ab", hatte Lauftreff-Vorstandsmitglied Erich
Schermer erklärt, dessen Vereinsmitglieder die Anlage zudem vergleichsweise
wenig nutzten. Aufwand und Intensität der Pflege könnten weder von einem noch
von drei Vereinen geleistet werden, ohne die Clubs und deren Mitglieder zu
überfordern (wir berichteten). Die beiden anderen Vereine sehen das anders. So
kamen Alfred Degand (Vorsitzender DJK Köllerbach) sowie die beiden
stellvertretenden Vorsitzenden der Interessengemeinschaft Peter Drockur (auch
Pressesprecher TV und LSG) und Herbert Raubuch (auch Vorsitzender TV
Püttlingen) zum Redaktionsgespräch vorbei, um ihre Sicht der Dinge zu
schildern. Zum einen betonen sie die grundsätzlich gute Nutzung der Anlage, die
in der Saison täglich "gut ausgelastet, ja manchmal sogar überlastet"
sei, so Degand. Raubuch ergänzt: „Da können an einem Tag, einschließlich
Kindergruppen, durchaus schon mal 150 Leute vor Ort sein, bei Veranstaltungen
noch mehr." Drockur räumt auch ein, die Lauftreff Freunde hätten „zeitlich
sicher den geringeren Anteil an der Nutzung". Das ändere aber nichts am
grundsätzlichen Problem das sich nicht wegdiskutieren lasse: Dass sich nämlich
die Anlage sehr wohl von Vereinen in Schuss halten lasse, dass jedoch der
Arbeitseinsatz von DJK und TV deutlich höher sei, als der Einsatz der Lauftreff-Freunde.
Das gehe aber nicht an, da schließlich alle drei Vereine - wie es die, Satzung
auch verlange - für den Unterhalt der Anlage sorgen müssten, Finanziell gesehen
sei der derzeitige Aufwand auch nicht übermäßig groß, allerdings sei es eben
ein großer Arbeitsaufwand, „zwei Tage ist man zum Beispiel im Einsatz, nur um
die Wiese zu mähen".
Andere Arbeiten sind etwa die Wartung
und die Pflege der Geräte oder gewissermaßen Hausmeisterdienste für die
Schulen, die den Platz nutzen dürfen. „Da stehen wir auch 100 Prozent
dahinter", so Degand, weil man eben dem Breitensport verpflichtet sei und
natürlich auch auf Nachwuchs aus den Schulen hoffe. Was den finanziellen Aspekt
betreffe, so müsse man allerdings jetzt dringend damit beginnen, Vorsorge für
die Zukunft zu treffen, heißt: Rücklagen bilden für die Zeit, wenn größere
Reparatur- oder Sanierungsmaßnahmen fällig werden, „eine Drei-Viertel-Mehrheit
muss die Rücklagenbildung beschließen", so Degand.
Könnte einer der Vereine aus der
Interessengemeinschaft austreten? Das sei durchaus möglich, was natürlich für
den betreffenden Verein einen materiellen Verlust bedeuten könne. Denn
schließlich habe sich jeder einzelne Verein finanziell am Bau der Leichtathletikanlage
beteiligt: Noch zu DM-Zeiten hatte die Interessengemeinschaft 250000 Mark für
den Bau bereitgestellt, wovon jeder Verein ein Drittel zu tragen hatte. Ein
weiterer Punkt, der DJK und TV irritiert: Beide haben in einer
Vereinsgemeinschaft und mit 45 000 € Unterstützung durch die
Sportplanungskommission das Klubhaus mit Umkleideräumen an der Sportanlage
gebaut, genutzt werde die Anlage aber auch immer von Lauftreff-Mitgliedern,
ohne dass diese zum Unterhalt beitrügen. Zusammenfassend betont Raubuch: Wir
wollen niemanden rausschmeißen, aber wir wollen, dass jeder in einer
Solodargemeinschaft seinen Part erfüllt. Und Degand fügt an: „Die Stadt
Püttlingen ist jedenfalls nicht in der Lage, für die Anlage aufzukommen – und
das war auch nie so geplant.“
+ Meinung:
Die Stadt hat genug am Hals
VON SZ-REDAKTEUR
MARCO REUTHER
Der Lauftreff-Vorstand will die
Investitionen schützen, die ein früherer Vorstand mit der Beteiligung des
Vereins an der Leichtathletikanlage Breitwies tätigte. Das ist gut
nachvollziehbar. DJK – Und TV – Püttlingen verlangen, dass die Unterhaltung der
Anlage nicht nur an ihnen „hängen bleibt“. Das ist absolut nachvollziehbar. Im
Sinne des Sports bleibt zu hoffen, dass die beteiligten Vereine doch noch
gemeinsam eine Lösung finden können und vielleicht wieder zueinander finden.
Was jedenfalls nicht passieren darf: Dass irgendwann die Stadt Püttlingen als
Betreiber der Anlage einspringen muss. Die Vereine wollten die Anlage und
müssen sich nun auch darum kümmern, ohne der hoch verschuldeten Stadt und den
Steuerzahlern die Kosten aufzubrummen. Noch sieht es nicht so aus, als würde
dies geschehen. Und dabei muss es auch bleiben.
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Aus SZ vom 20. Juni 2005
Rainer Müller siegt aus dem Bauch
Rekordbeteiligung beim
Köllertaler Hitze-Sonnwendlauf über 10 Meilen – Favoritin Jakobs schnellste
Frau
Es
war heiß, es war schwer, aber es gab genug Schatten, Wasser und Beifall. Und
deshalb gingen fast alle der 362 „Finisher" an ihre Grenzen. Der 18. Köllertaler Sonnwendlauf gestern im Wald
zwischen Völklingen und Püttlingen war sportlich
und organisatorisch eine
gelungene Veranstaltung. "Hervorragend", lobte Landesvolkslaufwart Erwin
Schütz.
VON SZ-REDAKTEUR
PETER WAGNER
Völklingen/Püttlingen.
Er hatte sich nicht Tage vorher angemeldet, so wie einige
Konkurrenten. Sondern Rainer Müller hielt es wie so oft, nämlich entschied
morgens daheim in Weiskirchen-Rappweiler aus dem Bauch, da rauszugehen und
einen Wettkampf zu laufen. Gestern hieß das: den 18. Sonnwendlauf der Lauftreff-Freunde
Köllertal zu bestreiten, der allerdings erst zum zweiten Mal über zehn
englische Meilen (16,1 Kilometer) statt über die Standardstrecke von zehn
Kilometern ging. Neu war der Startplatz Völklingen, wohin die Köllertaler wegen
einer Baustelle in der Heimat sowie dem Sommer-Biathlon ausgewichen waren. Der
38-jährige Rainer Müller (Lauftreff-Freunde Marpingen) gewann den Wettbewerb
denn auch, und zwar in der sehr guten Zeit von 54:34 Minuten. Es war für die Teilnehmer auf der Begegnungs-Strecke
mitreißend zu sehen, wie der drahtige Müller über die Waldwege zwischen
Völklingen und Püttlingen fegte und dabei kaum hörbar atmete und Bodenkontakte
hatte. Er hätte noch Luft gehabt, um zuzulegen, falls ein Konkurrent ihn hart
gefordert hätte. Der Zweite, Patrick Altmeyer von Schlau.corn.Saar 05, hatte
über drei Minuten Rückstand, auf Platz drei folgte Vorjahressieger Thomas
Dehaut aus Landstuhl in 57:56 Minuten. Mit Bernhard Glasow von Saar 05
bewältigte ein vierter Athlet den hügeligen und kurvigen Parcours unter einer
Stunde.
Die Frauenwertung gewann
Favoritin Marion Jakobs von Saar 05 Saarbrücken in 67:58 Minuten vor
Vereinkameradin Sandra Altmeyer in 70:20 Minuten und Heike Angel von den
Bisttal Runners in 71:02 Minuten. Die auf allen Strecken bis Marathon stets auf
hohem Niveau und mit ansteckender Freude rennende Heike Angel, 45 Jahre alt,
gewann auch ihre Altersklasse mit sechs Minuten Vorsprung.
Interessanterweise wurde der
Sonnwendlauf vom Gros des Feldes weniger als Trainings- oder Erlebnislauf
angegangen. Nein, die meisten machten sich richtig müde und wollten ihre
Bestleistung vom Vorjahr unterbieten, und das bei Temperaturen über 20 Grad
bereits am Start. Der dichte Baumbestand auf fast der gesamten Strecke und
gleich mehrere gut platzierte und organisierte Wasserstellen boten aber
ausreichend Schutz vor Ermattung.
362 Läufer kamen ins Ziel, das
waren etwa 50 mehr als bei der Premiere über zehn Meilen im vorigen Jahr. Unter
Vierer-Schnitt (ein Kilometer in vier Minuten, das sind insgesamt 64 Minuten)
blieben 14 Starter, unter 65 Minuten 16 Starter, unter 66 Minuten 25 Starter
und unter 67 Minuten 32 Starter. Die 70-Minutengrenze wurde von 62 Läufern
unterboten, unter 75 Minuten blieben 1003. Um in der ersten Hälfte des Feldes
anzukommen, musste man 80:19 Minuten rennen. Das sportliche Niveau war
insgesamt höher als bei normalen Volksläufen. Das zeigt, dass sich die
Teilnehmer des Sonnwendlaufs auf diese nicht ganz leichte Prüfung vorbereitet
hatten.
Aus den Altersklassen ragten
bekannte Köpfe heraus: Georg Iwanski (LTF Köllertal) gewann die „M55“ in 61:01
Minuten, Peter Steinbrecher von LAG Saarbrücken die „M65“ in 68:57 Minuten,
Bertram Keiling (LTF Köllertal) die „M50“ in 66:19 Minuten, Armin Noll (TV
Niederwürzbach) die „M45“ in 61:22 Minuten, Rainer Hippchen (TV Bliesdahlheim)
die „M60“ in 70:34 Minuten. Roswitha Kreutzberger (VfA Neunkirchen), Jahrgang
1941, lief in 91:47 Minuten manchem Jüngling weg.
Beim Jedermannlauf
über fünf Kilometer (50 Teilnehmer im Ziel) ragte Thomas Schütz (LC 72
Altenkessel) in 18:01 Minuten heraus. Zweiter wurde Sascha Hahn
(Saar05)
in 20:33 Minuten, Dritter Heiko Maas vom LC Völklingen in 21:04 Minuten. Den
Schülerlauf über zwei Kilometer gewann Sascha Zobel, Jahrgang 1991, von
LTF
Köllertal in 7:23 Minuten vor den gleichaltrigen Vereinskameraden Alexander
Kneip und Steffen Dressier. 168 Jungen und Mädchen kamen ins Ziel. WP
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Aus
SZ vom 20. Juni 2005
Laufsport
an neuem Ort
Sonnwendlauf wurde auf Anhieb
heimisch
Tausend
Sachen kann der Organisator eines Volkslaufes durch den Wald mit 600
Teilnehmern falsch machen. Beim 18. Sonnwendlauf der Lauftreff-Freunde
Köllertal gestern zwischen Völklingen und Püttlingen klappte zur Begeisterung
der Sportler aber nahezu alles bestens.
VON SZ-REDAKTEUR
PETER WAGNER
Völklingen/Püttlingen.
Anders als seine 17 Vorgänger begann und endete der gestrige
Köllertaler Sonnwendlauf nicht in Püttlingen, sondern in Völklingen. Aber es
war, als ob es schon immer ein Völklinger Lauf gewesen wäre. Und wie es
aussieht, wird es auch ein Völklinger Lauf bleiben. Der Sonnwendlauf, so
befanden Teilnehmer wie Verantwortliche, ist auf Anhieb in Völklingen heimisch
geworden.
Viel zu organisieren
Nächstes Jahr wird er vielleicht
im Hermann-Neuberger-Stadion starten, was von Vorteil wäre. Wegen einer Rad-Veranstaltung
eines Völklinger Vereins, der zu Hause ältere Rechte hat, hatten die
Lauftreff-Freunde Köllertal großen organisatorischen Aufwand:
Startnummernausgabe, Verpflegung und Siegerehrung fanden vor dem Neuen Rathaus
statt, Start, Ziel und Zeitnahme-Büro waren am und im Jugendzentrum
(Stadionstraße) untergebracht. Duschen und Toiletten standen im Hallenbad zur
Verfügung, Dass alle 600 Teilnehmer (in vier verschiedenen Wertungen), von der
vierjährigen Joanna Folz (Zwei-Kilometer-Schülerlauf) bis zum Zehn-Meilen-Altersläufer
schnellstens bekamen, was sie brauchten, also Wasser, Zuspruch und Urkunden,
war eine Glanzleistung.
Idealerweise findet ein Volks-
und Straßenläufer direkt nach dem Zieleinlauf stärkende Getränke vor, gelangt
dann schnellstens zur Dusche, kann beim Rauskommen für wenig Geld eine
durchgebratene Wurst und mehrere Sorten Kuchen kaufen, wirft noch während des
Verzehrs erste Blicke in die Ergebnislisten, wird, sofern er gut war, rasch
geehrt, vielleicht sogar beschenkt, und kann eine Stunde später bereits im Auto
auf dem Nachhauseweg sein.
Es gibt im Saarland eine Hand
voll Laufveranstaltungen (von etwa 60), bei denen dies alles annähernd gelingt.
Der Sonnwendlauf war einer davon, übrigens auch der Völklinger Citylauf des LC
Völklingen eine Woche zuvor. Die Mittelstadt hat also innerhalb von nur acht
Tagen zwei Mal bewiesen, dass sie Laufsportveranstaltungen nicht nur gut
aushält, sondern mit Leidenschaft austrägt. Die Teilnehmer durften sich, das
ist wichtig allzeit sicher und gut geleitet fühlen.
Die Qualität der Veranstaltung
zeigte sich auch oder besser: gerade an Kleinigkeiten. So war eigens ein
Vereinsmitglied abgestellt, das an einem kleinen Gefällstück im dunklen Wald
vor Stein und Wurzel warnte. Im Bad wurden die Leute nicht mit Schildern,
sondern durch Personal zu den Duschen gewiesen. Die Urkunden, auf dickem Papier
gedruckt, zeigten neben Namen und Platzierung auch die Durchschnittszeit je
Kilometer an. Und in den Tüten für die Klassensieger steckten diesmal - neben
Wein - Nudeln in Premium-Qualität. Diese sind bei Ausdauersportlern wegen der
Kohlenhydrate ja sehr beliebt. Nichts gegen Duschgel, das man fast überall
gewinnt, aber diese Nudel-Geste fand besonderen Anklang.
Startgeld sieben Euro
Der 18. Sonnwendlauf wurde von
einer
großen Zahl von Sponsoren unterstützt, lokalen aber auch überregional agierenden Unternehmen. Mit sieben Euro
für , Zehn-Meilen-Lauf war das Startgeld im Verhältnis zum Gebotenen günstig.
Infos: www.sonnwendlauf.com
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Aus SZ vom 20. Juni
2005
Tausende im
Biathlon-Fieber
Püttlingen mobilisierte gestern tausende Fans beim Biathlon der
Weltelite. Wir haben uns nicht nur den sportlichen Ergebnissen gewidmet (Seite
D2), sondern auch das bunte Treiben drumherum beobachtet.
VON SZ-MITARBEITER
WALTER FAAS
Püttlingen. Was hat der
„GruuwenGummi" mit Biathlon zu tun? „Damit decken wir die elektrischen
Kabel ab", antwortet Frank Seger. Vor dem gestrigen Biathlon zogen beinahe
300 Helfer viele Strippen, um dem bislang im Saarland einzigartigen Sommer-Biathlon
mit Weltmeistern und Olympiasiegern zum Erfolg zu verhelfen. Das ist auch
gelungen. „Die Püttlinger müssen einen guten Schutzengel haben, damit sie
dieses Bombenwetter bekommen", findet Gisela Deuster. Ehemann Werner
resümiert: „Ein großer Image-Gewinn für die Stadt."
3000 Besucher
im Stadion
Schon
lange vor Beginn füllt sich die Tribüne an den Schießständen am Burgplatz. 3000
Menschen harren dort stundenlang aus, singen ein um das andere Mal den Ohrwurm
„Vivat Colonia" laut mit, zelebrieren La-Ola und bejubeln die
Kleinkaliber-Schüsse von Kati Wilhelm, Ole Einar Björndalen, Roman Dostal und
anderen Athleten der Spitzenklasse. Die Zuschauer schwenken deutsche und
norwegische Fahnen und sind bestens gelaunt: „Das ist mal ein Event nach meinem
Geschmack!", strahlt Dietmar Servatius. Dass die Sonne brutal die Tribüne
bestrahlt, beunruhigt allenfalls die 45 Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, die
am Ende tatsächlich einige Kreislaufschwächen behandeln müssen. An der 1,4 Kilometer
langen Strecke selbst finden sich die Zuschauer bei weitem nicht an allen Stellen so zahlreich ein, wie die
Veranstalter – Eine Eventagentur in Zusammenarbeit mit der Stadt – vielleicht
erwartet haben. In Bereichen der Markt- und Ismertstraße bleiben etliche Plätze
vor den Absperrgittern frei. Je mehr man sich aber dem Burgplatz nähert, desto
enger steht das Publikum zum Anfeuern der Athleten.
Am
besten haben es die Bewohner der Bahnhofstraße. Die haben sich, wie Heidi
Andrcs, Freunde und Bekannte eingeladen. Heidi Andres schildert das Sonntags-Vergnügen:
„Wir trinken Ramazotti und Kaffee, sitzen im Schatten und kriegen alles hautnah
mit." Andere schauen sich, in einem eisernen Käfig stehend, das Spektakel
aus luftigen 60 mMetern Höhe an, in die sie von einem mächtigen Kran
hochgezogen wurden. Zwei Püttlinger Turner von der Skiabteilung, Jupp Schorr
und Hans Illner („Wir trainieren seit Jahren auch im Sommer auf Rollen“) hoffen darauf, dass sie den Stars in der
Asphalt-Loipe „irgendwie" ein Set Rollski abluchsen können.
Schwieriger
Übergang
Bei
aller Freude gibt's aber auch etwas Kritik: „Mein Vater will heim. Wo kommen
wir denn hier bloß über die Straße?", so eine Dame, die selbst schon im
Rentenalter ist. Achillesferse scheint der Püttlinger Marktplatz zu sein, der
lediglich über einen einzigen, dazu noch etwas versteckt liegenden, Übergang zu
erreichen ist. Das stört aber den findigen Senior weniger, der flugs die
Absperrung aushängt und die Piste überquert, ärgert aber die fliegenden Händler
auf dem Marktplatz, die mangels Kunden
kaum Geschäfte machen. So kritisiert Herry Weiland an seinem Bierstand: „Die regeln den Übergang sehr
unflexibel. Etliche Leute haben sich schon darüber geärgert, weil sie kaum noch
vom Marktplatz herausgekommen sind.“ Kleinere Unannehmlichkeiten, die mit
Sicherheit bis zu einer weiteren Auflage des Sommer-Biathlons behoben sein
werden, glaubt Besucher Heinz Teuchert: „Wenn es gelingt, diese Veranstaltung
auszubauen, wäre das für die Stadt eine tolle sache“, lautet sein Resümee.
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Aus SZ vom 20. Juni 2005
Wintersport bei 35 Grad
Kati Wilhelm und Michael Greis
sind die Sommer-Biathlon-Könige von Püttlingen – Ole Einar Björndalen auf Platz
drei
Die Oberhoferin Kati Wilhelm und der Ruhpoldinger Michael Greis sind
die Sommer-Biathlon-Könige von Püttlingen. Die beiden DSV-Athleten kamen mit
den für Wintersportler ungewohnten Temperaturen um die 35 Grad am besten
zurecht. Der große Favorit, Ole Einar Björndalen aus Norwegen, kam nur auf
Platz drei.
VON SZ-REDAKTIONSMITGLIED
ALEXANDRA KIESSLING
Püttlingen. Biathlon ist eine
Wintersportart. Bei eisigen Temperaturen versammeln sich die Athleten in
Norwegen, Finnland, in Ruhpolding oder in Oberhof. Fernab jeglicher
Zivilisation, irgendwo im Wald, tragen sie mit Kleinkalibergewehren bewaffnet
und auf Langlaufskiern skatend ihre Wettkämpfe aus. Und am Ende gewinnt immer
Ole Einar Björndalen.
Per Definition bedeutet das, dass
das Spektakel, das gestern in Püttlingen stattgefunden hat, keineswegs Biathlon
war: Die Sonne schien heiß auf den Burgplatz, von Schnee keine Spur und
richtige Skier hatte auch keiner der Athleten an. Wichtigstes Indiz aber: Ole
Einar Björndalen hat nicht gewonnen! Der Ruhpoldinger Michael Greis und der
Norweger Halvard Hanevold haben den Ausnahmeathleten geschlagen, bei einem
Wettbewerb, der von den Veranstaltern bescheiden als „Biathlon der
Weltelite" deklariert worden ist.
Ein bisschen schlucken musste
Stimmungsmacher Matthias da schon, als Geburtstagskind Egon, dem gestern 3500
Menschen auf der Tribüne am Püttlinger Schießstand ein Ständchen zum 75.
sangen, begann, seine Biathlon-Helden auf zu zählen: Uschi Disl, Ricco Groß,
Raphael Poiree und seine Frau Liv Grete, die Egon Anfang des Jahres in
Ruhpolding gesehen hat - sie alle waren gar nicht da, beim Treffen der angeblichen
Biathlon-Weltelite im Saarland. Gehört, wer vom Organisationsbüro Niedermeier
nicht eingeladen wurde, nicht dazu, ist nicht elitär? Oder passt die gesamte
Weltelite tatsächlich in zwei Cabrios, so wie gestern in Püttlingen, wo man die
Athleten die Strecke abfahren ließ?
Ohne Frage zählen einige der
Biathleten, die am Püttlinger Elitetreffen teilgenommen haben, zur Weltspitze
ihres Sports: Frode Andresen beispielsweise, oder seine Lebensgefährtin
Gunn-Margit Andreassen. Auch Kati Wilhelm, die gestern die Damenkonkurrenz vor
Sabrina Buchholz und der Italienerin Nathalie Santer gewonnen hat, gehört dazu.
Sportlern wie Tobias Reiter, Eric Lesser, Jenny Adler und Carolin Gerstner
sollte man - bevor man sie zur Weltelite macht - aber noch ein bisschen Zeit
geben. Auch wenn der deutsche Nachwuchs sich berechtigte Hoffnungen machen
darf, genau da einmal dazu zu gehören.
„Es ist toll, wenn man sich gegen
Spitzenathleten behaupten kann",
"Es ist ungewohnt heiß hier.
Man wird ganz rot."
Die Norwegerin
Gunn-Margit Andreassen
zu den
Biathlon-Bedingungen in Püttlingen
freute sich Tobias Reiter nach
seinem Einzug ins Finale. Dritter hinter den beiden Final-Erstplatzierten war
Reiter in seinem Halbfinallauf geworden. Weltmeister Roman Dostal aus
Tschechien ließ der 21-Jährige damit hinter sich. Im Finale reichte es immerhin
zu Platz fünf hinter Frode Andresen. Jörn Wollschläger aus Oberhof kam auf
Platz sechs. Altmeister Peter Sendel, der im Januar vom aktiven Leistugssport
zurückgetreten ist, und sich in Püttlingen noch mal die Rollskier an die Füße
geschnallt hat, um einmal mitten in einer Stadt zu schießen, belegte den
siebten und letzten Finalplatz.
Da insgesamt nur sieben
Athletinnen am Start waren, entfiel der angekündigte zweite Halbfinallauf der
Frauen komplett, Stattdessen tauschten die Starterinnen nach dem Halbfinale nur
ihre Startpositionen und traten geschlossen zum zweiten Vergleich an. Kati
Wilhelm gewann beide Male und bedankte sich nach dem Rennen beim Publikum: „Ihr
habt toll geschrien, dann war's hier schon zu ertragen." Gemeint hat die
Thüringerin die Hitze: Temperaturen um die 35 Grad machten vor allem der
Norwegerin Gunn-Margit Andreassen zu schaffen. Es ist ungewohnt heiß hier. Man
wird ganz rot", war der Kommentar der Wintersportlerin.
Den Charme eines
Mattenskisprungwettbewerbs versprühte der Püttlingr Sommer-Biathlon gestern:
Auch zum Skispringen gehört eigentlich zwingend Schnee. Dennoch locken Martin
Schmitt und Co. Schon seit Jahren die Fans auch im August an die Schanzen.
Genauso wie Björndalen, Wilhelm und die übrige Elite die Menschen immer wieder
nach Püttlingen ziehen werden.
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SZ
vom 11./12. Juni 2005
Schnupper-Triathlon fällt aus
Differenzen
zwischen LTF Köllertal und Fachverband
Püttlingen. Schwimmen im Heusweiler Bad, danach mit dem Rad zum
Lauftreff nach Püttlingen, wo die abschließende Lauf-Disziplin bewältigt wurde -
der so genannte Schnupper-Triathlon, den die Lauftreff-Freunde Köllertal (LTF)
jährlich im Rahmen des Schüler-Ferienprogramms der Stadt Püttlingen anboten,
war sehr beliebt. Diese Sportveranstaltung wird in diesem Jahr aber nicht mehr
angeboten. Zwischen der Saarländischen Triathlon-Union als beaufsichtigendem
Fachverband und dem Verein LTF Köllertal gibt es unterschiedliche Auslegungen
und Ansichten, was Distanzen, die körperlichen Anforderungen an die Schüler und
den mutmaßlichen Wettkampfcharakter betrifft.
Sei's drum, bei einer Austragung
wären, nach derzeitigem Stand, die Teilnehmer möglicherweise unversichert, was
weder Kindern noch Eltern und Ausrichtern zuzumuten wäre. Daher habe der LTF-Vorstand,
wie er nun der Öffentlichkeit mitteilte, einstimmig die Absage für 2005
beschlossen. Gleichzeitig werde jedoch intensiv für das kommende Jahr an einer
Neuauflage gearbeitet, hieß es. WP
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SZ
vom 28./29. Mai 2005
"Breitwies
war ein Fehler"
So schön das Leichtathletik-Stadion
Breitwies sein mag, es ist auf Dauer von Amateuren nicht zu erhalten. Das sagen
in später, aber nicht zu später Einsicht die Lauftreff-Freunde Köllertal. Und
suchen mit anderen nach einem Ausstieg.
VON
SZ-REDAKTEUR
PETER
WAGNER
Püttlingen. Am
Anfang vieler schöner Dinge ist Überschwang, dann folgt Abkühlung, Alltag,
Abnutzung, schlimmstenfalls Verdruss. Mit Kinderspielsachen ist es so, mit
Autos, Hüten und Sportstadien vielleicht auch. Die Leichtathletik-Anlage
Breitwies in Püttlingen liegt herrlich am Waldrand, bietet den Sportlern
hervorragende Bedingungen und wurde mit entsprechendem Elan aller Beteiligten
gebaut. Das war vor gut vier Jahren.
Mittlerweile ist
zumindest bei einem der Bauherren, den Lauftreff-Freunden (LTF) Köllertal, die
Euphorie
verflogen, wird die Beteiligung, zumindest in ihrem Ausmaß, auch von
Repräsentanten des Vereins rückwirkend als Fehler bezeichnet. Die LTF, der TV
Püttlingen und die DJK Köllerbach hatten jeweils 80 000 Mark plus
Arbeitsleistungen in das Projekt gesteckt, das Grundstück gehört der Stadt.
Die Lauftreff-Freunde
beobachten nicht erst seit gestern, dass kaum einer ihrer Läufer die Tartanbahn
braucht. Der Verein ist überwiegend breitensportlich orientiert, die Jogger und
Walker machen sich lieber im Wald müde, anstatt sich auf der hochwertigen
Kunststoffbahn zu langweilen. Die Könner des Vereins absolvieren ihre Tempo-Einheiten
bevorzugt auf vermessenen Asphaltstrecken und Feldwegen. Die LTF Köllertal
könnten also auf die Anlage verzichten. Sie nutzen sie vor allem deshalb, weil
es sie gibt. Der ursprünglich angenommene Bedarf ist jedenfalls nicht da, die
Wirklichkeit hat den Verein eingeholt. Mittlerweile ist auch eine Grund-Unstimmigkeit,
so LTF-Vorsitzender Reinhard Lippert, zu spüren, was die Pflege- und
Unterhaltsleistungen auf der Anlage betrifft. Will heißen, andere beklagen das
ihrer Ansicht nach zu geringe Engagement der Lauftreffler. Diese gestehen auch
ein, dass die anderen Clubs mehr leisten, wollen sich aber auch nicht vorhalten
lassen, irgend jemandem pflichtwidrig etwas schuldig geblieben zu sein.
In den Augen des LTF-Vorstandes
ist solch ein Berechnen und Aufrechnen, wer wie oft da ist und wie viele
ehrenamtliche Stunden leistet, sowieso nicht angemessen, beziehungsweise geht
am Kern des Problems vorbei. Es verhalte sich so, dass es „objektiv unmöglich
ist, die Anlage mit Laien zu unterhalten. Das hängt nicht vom Wollen ab",
bringt es Vorstandsmitglied Erich Schermer im Gespräch mit unserer Zeitung auf
den Punkt. Schermer gibt zu bedenken, dass Aufwand und Intensität der Pflege weder
von einem noch von drei Vereinen geleistet werden könnten, jedenfalls nicht,
ohne die Clubs und ihre Mitglieder zu überfordern. Dies gelte umso mehr, als
mit zunehmenden Jahren immer mehr zu arbeiten sei. Das kann teuer werden, und
auch die bestgepflegte Laufbahn geht irgendwann kaputt.
Nun hoffen die LTFler,
mit den beiden anderen Vereinen, dem Förderverein Breitwies sowie der Stadt
Püttlingen eine Lösung zu finden, wie die Anlage zu erhalten und zu tragen ist,
ohne dass einer der Beteiligten von den Lasten erdrückt wird.
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Öffentlicher Anzeiger
für die Stadt Püttlingen vom 28. April 2005
Gesund und fit
mit
dem LTF Köllertal
Neue Anfängerkurse starten am 7. Mai
Wenn Sie von erfahrenen Sportlern
lernen möchten, wie gesund das Laufen für den Körper ist, dann lassen Sie sich
ab Samstag, den 7.5., von den Lauftreffleitern der LTF Köllertal an diesen
schönen Sport heranführen. Auf dem Waldparkplatz Amelsberg
(Ortsverbindungsstraße aus Köllerbach Richtung Sprengen, erste Kreuzung rechts
abbiegen dann noch 400 m) beginnen um 15.30 Uhr die neuen Anfängerkurse -
natürlich kostenfrei und ohne Verpflichtung. Bringen Sie Sportschuhe, bequeme
Kleidung und Lust auf Fitness mit. Sie haben Gelegenheit, von den
Gruppenleitern eines der größten südwestdeutschen Laufvereine wesentliche
Grundlagen des Laufsportes zu erlernen.
Weitere Infos bei Martin Linnenberger, Tel.: 06898/6940418. |

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SZ vom 26. April 2005
Vorstand vermutet: Lauftreff-Freunde ziehen sich
womöglich aus der Interessengemeinschaft zurück.
Der Förderverein Leichtathletik
Püttlingen bestätigte Gerhard Bellas als Vorsitzenden. Am 9. Juli will sich der
Verein bei der Einweihung des neuen Vereinsheims Im Stadion Breitwies
engagieren.
VON SZ-MITARBEITER ROBERT BALTES
Püttlingen. Was der
Förderverein Leichtathletik Püttlingen für den Sport leistet, machte Gerhard Ballas,
der Vorsitzende, in der Mitgliederversammlung deutlich: „Die Übergabe einer
Spende von 12 000 Euro am 27. Juni 2004 an die Interessengemeinschaft
Leichtathletikanlage Püttlingen im Rahmen der Saarländischen
Mehrkampfmeisterschaften hat öffentliche Aufmerksamkeit gefunden.“ Seit 2001
habe der Förderverein somit rund 22 000 Euro zur Verfügung gestellt.
„Auch künftig wird die
Unterstützung des Fördervereins auf die Komplettierung und Unterhaltung der
Leichtathletikanlage ausgerichtet bleiben, das heißt, das von der
Vereinsgemeinschaft DJK Köllerbach und Turnerein Püttlingen errichtete
Vereinsheim ist nicht Gegenstand unserer Fördermaßnahme", betonte Ballas
in diesem Zusammenhang.
Die Zusammenarbeit innerhalb des
Vorstandes des Fördervereins sei zwar gut gewesen, jedoch beklagte Ballas, dass
die gewählten Mitglieder des Lauftreffs Köllertal (LTF) ihre Mitarbeit
eingestellt hätten. Toni Blum, der langjährige Vorsitzende der LTF, sei gar aus
dem Verein ausgetreten.
Die Mitgliederzahl des
Fördervereins habe sich von 83 auf 82 verringert. Neue Mitglieder zu gewinnen,
sei schwierig, mit persönlichen Ansprachen solle deshalb Werbung betrieben werden. Als positiv bewertete
Ballas, dass Mitglieder über ihren normalen Mitgliedsbeitrag hinaus und auch
Außenstehende in "nicht unerheblicher Größenordnung Spenden
erbringen".
Mit Ballas, seiner Vertreterin
Annegret Hämsch, Schatzmeister Wilfried Schless, Schriftführer Peter Drockur,
den Beisitzern Anton Groß, Wolfgang Hentges, Evi Raubuch, Günther Wirtz, Helga
Himbert und dem neu in den Vorstand gewählten Norbert Schmauch wurde die
Vereinsführung fast komplett in ihren Ämtern bestätigt. Werbung will der
Förderverein nun bei den Sportveranstaltungen in der Leichtathletikanlage
Breitwies betreiben.
Der Lauf in den Frühling, mit dem
der Förderverein die Saison bisher eröffnete, werde in diesem Jahr nicht mehr
stattfinden, da die Resonanz in den vergangenen Jahren hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.
Stattdessen will man sich bei der Einweihung des Vereinsheims am 9. Juli, die
mit einem Springer-Meeting verbunden ist, stark engagieren.
Wie es mit der Interessengemeinschaft
Leichtathletikanlage Breitwies, bestehend aus TV, DJK und
LTF, weitergehen
wird, stehe noch in den Sternen.
Alfred Degand, Vorsitzender der DJK und
Vorsitzender der Interessengemeinschaft Leichtathletik, sagte, dass das
Engagement der Lauftreff Freunde Köllertal beim Bau des Stadions selbst hinter
dem von Turnverein und DJK zurückgeblieben sei, und am Bau des Vereinsheimes
hätten sich die LTF gar nicht beteiligt. Der Rückzug der beiden LTF-Vertreter
aus dem Förderverein sei für ihn ein Zeichen, so der DJK-Vorsitzende, dass die
Lauftreff-Freunde aus der Interessengemeinschaft ausscheiden wollen.SZ vom 26. April 2005
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Wochenspiegel vom
23. März 2005
Sommerbiathlon der Weltelite lockt Sprint- und Schießstars nach Püttlingen
Weltweit
erste Sportveranstaltung dieser Art am 19. Juni 2005 in der Köllertalstadt
PÜTTLINGEN (mj). Was
im vergangenen Jahr aus Zeltgründen verschoben werden musste, wird in diesem
Jahr Realität: der 1. Innenstand-Sommerbiathlon weltweit am 19. Juni in der
Stadt Püttlingen
Namhafte Läufer der
Weltspitze, wie zum Beispiel Kathi Wilhelm oder Halvard Hanevold, steht auf dem
Programm und werden die Köllertalstadt sicherlich weit über Ihre Grenzen hinaus
bekannt machen.
Ziel des
Sportereignisses soll es sein, die Marke "Stadt Püttlingen" ins
Bewusstsein zu rücken und damit den örtlichen Handel und die Vereine der rund
20.000 Einwohnerstadt zu stärken, erklärte Bürgermeister Martin Speicher.
Richtig ins Schwärmen
gerät der Verwaltungschef, wenn er erzählt, wie der Sommerbiathlon organisiert
ist.
Statt auf schmalen
Langlaufski wird die Weltelite des Biathlon in Püttlingen auf Rollski zum
Wettstreit antreten. Für die Fans an der Strecke wird der Biathlon ein
unvergleichliches Ereignis werden, denn der 1,4-Kilometer-Rundkurs führt mitten
durch die Stadt, wobei die Schießanlage zentral auf dem Burgplatz liegt. Dort
wird auch die große Zuschauertribüne mit 3.500 Stehplätzen ihren Platz finden.
Der Wettkampf (mit
Einlagenkämpfen von Läuferinnen und Läufern der, Weltspitze) selbst wird ein
Sprintrennen mit Massenstart sein, an dem jeweils 14 Frauen und Männer
gegeneinander antreten. Sieben Athleten kämpfen in je zwei Halbfinalläufen um
den Einzug ins Finale. Der Wettkampf startet mit einem Liegendschießen - danach
müssen sowohl die Damen, als auch die Herren den Parcours fünf Mal durchlaufen.
Vier weitere Schießeinlagen (zweimal liegend, zweimal stehend) mit je fünf
Schuss sind dann noch zu bewältigen.
Die Biathleten dürfen
drei Mal nachladen, steht dann noch immer eine Scheibe, müssen sie pro Schießfehler für zehn
Sekunden in die Straf-Box. Die Siegerehrung erfolgt im Anschluss an die beiden
Finals durch die saarländische Innen- und Sportministerin und Schirmherrin
Annegret Kramp-Karrenbauer und den Bürgermeister der Stadt Püttlingen, Martin
Speicher.
Für Gaby Schäfer,
Staatssekretärin im Innen- und Sportministerium, und Gerd Meyer, Chef des
Landessportverbandes und Toto-Direktor, ist die Veranstaltung eine „super
Idee" und eine „einmalige Chance, ein solch attraktives Sportereignis ins
Saarland zu holen".
Mit rund 10.000 Furo
wird sich die Stadt Püttlingen an dem Sommerbiathlon finanziell beteiligen. Die
Hauptfinanzlast liegt bei der Agentur Niedermeier.+
Möglich wird diese
Veranstaltung durch die Unterstützung der saarländischen Landesregierung sowie
namhafter Sponsoren.
Tickets für dieses
Event kosten 18 Foto (Tribünen-Stehplatz) und können ab sofort bei der Stadt
Püttlingen reserviert werden (biathlon@puettlingen.de, Tel, (0 68 98) 691 -110).
Der Kartenvorverkauf beginnt am 11. April im
Rathaus Püttlingen.
Das finanzielle
Engagement der Stadt Püttlingen für den Sommerbiathlon soll übrigens die
Unterstützung .der örtlichen Vereine nicht schmälern, versichert Bürgermeister
Martin Speicher, der diesbezügliche Vorwürfe zurückwies. "Wir haben
unsere Vereine in der Vergangenheit vielfach - auch über das übliche Maß hinaus
- unterstützt und werden dies auch weiterhin tun. Die notwendige Verlegung des
traditionsreichen Sonnwendlaufs der
Lauftrefffreunde Köllertal an diesem Tag nach Völklingen habe der Verein mit
Verständnis aufgenommen, zumal die Laufstrecke durch das Köllertaler
Wiesenpfädchen wegen Kanalbauarbeiten
ohnehin erschwerlich schien.
Dass zum
Sommerbiathlon die Püttlinger Gewerbetreibenden ihre Türen nicht öffnen, liege
daran, so der Bürgermeister, dass die gesetzlich möglichen vier verkaufsoffene
Sonntage bereits fest terminiert seien.
Top-Biathleten in Püttlingen
PÜTTLINGEN (mj). Mit
Halvard Hanevold und Kati Wilhelm haben bereits zwei Biathleten der Weltelite
ihr Kommen zum 1, Sommerbiathlon in Püttlingen zugesagt. Halvard Hanevold ist
mehrfacher Olympiasieger und Weltmeister: Kati Wilhelm ist Olympiasiegerin,
Weltmeisterin und Vizeweltmeisterin. "Wir
werden in den nächsten Wochen weitere Top-Athleten präsentieren können,"
erklärt Veranstalter Ralf Niedermeier.
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SOMMER-BIATHLON
KOMMT NACH PÜTTLINGEN
Kimme,
Korn und Rollen-Ski
Der Sommer-Biathlon kommt doch: Am 29.
Juni gibt es erstmals einen solchen Schaukampf in Püttlingen, beschloss der
Stadtrat mit den Stimmen der CDU.
VON SZ-MITARBEITER ROBERT
BALTES
Püttlingen. In Zusammenarbeit mit der Regierung des Saarlandes,
dem Saarländischen Bergsteiger- und Skiläuferbund im Landessportverband und der
Saarbrücker Veranstaltungsagentur Niedermeier als Ausrichter wird in Püttlingen
am 19. Juni ein Sommerbiathlon-Schaukampf stattfinden, Das wirtschaftliche
Risiko der Großveranstaltung trägt die Agentur, die Stadt Püttlingen schießt 20
000 Eure dazu, plus geschätzte 10 000 Euro an Verrechnungskosten für die
Leistungen des städtischen Bauhofs. Schon für das vergangene Jahr war eine
solche Veranstaltung vorgesehen, kurzfristig konnte das Projekt aber nicht
umgesetzt werden.
Die
Initiative zu dem Wettbewerb kam von einer Familie aus Illingen mit Verbindung
zum Biathlon-Leistungszentrum im thüringischen Oberhof. Sie war mit der Idee,
im Saarland ein Sommer-Biathlon auszurichten, an das Innen- und
Sportministerium herangetreten.
Die
Landesregierung sieht solche Veranstaltungen als Instrument zur Förderung des
Tagestourismus in der Region an. Auf die Anfrage, ob Interesse an der
Durchführung bestehe, signalisierte die Püttlinger Verwaltung Zustimmung und
erhielt den Zuschlag. Die Agentur Niedermeier plant nun einen
Einladungswettkampf mit Spitzenstars der Biathlon-Szene - wer genau kommt, ist
noch nicht bekannt gegeben. Gelaufen wird mit Rollski, geschossen mit
Kleinkalibergewehren. Die Strecke soll vorn Burgplatz über Bahnhof- und
Marktstraße um den Marktplatz und zurück zum Burgplatz führen, wo vor einer
Tribüne mit Platz für 3500 Zuschauer ein Schießstand errichtet wird.
Fast
pathetisch warb Gosbert Hubertus, Vorsitzender der CDU-Fraktion, für das
Vorhaben: Von „Weltpremiere", einer „ehrenvollen Aufgabe, die Püttlingen
weit über die Grenzen des Saarlandes hinaus als weltoffene, kreative,
leistungsfähige und innovative Stadt darstellen würde", sprach er und wies
darauf hin, damit die „Marke Püttlingen bundesweit zu transportieren“. Zu den
Kosten, die die Stadt aufzubringen habe, bemerkte er, dass Heusweiler und
Riegelsberg als Durchgangsorte für die Tour de France deutlich höhere Summen
aufgewendet hätten. „Grundsätzlich positiv", stand die SPD-Fraktion, so
ihre Vorsitzende Denise Klein, dem Vorhaben gegenüber, aber „die Durchführung
dieses Events kostet die Stadt 30 000 Euro, und ein direkter Nutzen ist nicht
erkennbar, weder für die Stadt noch für die Gewerbetreibenden". „Jeder
Zuschuss an Vereine wird auf den Prüfstand gelegt, Landeszuschüsse müssen wir
dankend ablehnen, da wir die Eigenmittel für die einzelnen Maßnahmen nicht
aufbringen können", waren letztlich ihre Argumenten gegen die
Veranstaltung.
Kerstin
Bremm kündigte Enthaltung ihrer FDP-Fraktion an, weil die Haushaltslage der
Stadt katastrophal sei, und 20 000 Euro in eine Veranstaltung mit ungewissem
Erfolg zu investieren, sei nicht gerechtfertigt. Franz Hertel, Chef der DKP-Fraktion, begann seine Argumentation kontra
Sommer-Biathlon mit einem Ausflug in die große Politik, um dann, mit Blick auf
die Förderung durch die Landesregierung, festzustellen: „Solche
Großveranstaltungen können zwar von vielen Versäumnissen der Regierenden
ablenken, sie sind jedoch kein Ersatz für eine Politik, die den Kommunen
langfristig eine Perspektive zu bieten hat."
Günter
Klein (CDU) warb mit der Feststellung für Zustimmung, dass man keine Gewinne machen könne, wenn man keine Risiken eingehe, und deshalb müsse man zwar sparen,
aber auch Geld ausgeben, wo es Gewinn bringen könne.
Der
Hinweis von Bürgermeister Martin Speicher, dass das Event „Wert für Handel und
Gewerbe" habe, konnte die Fraktionen von SPD, DKP und FDP in ihrer Haltung
nicht umstimmen.
Ob Stars der erfolgreichen deutschen
Biathlon-Szene wie Uschi Disel auch beim Sommer-Biathlon in Püttlingen
antreten, ist noch offen.
+
Meinung
Ein Kracher nach hinten
VON SZ-REDAKTEUR PETER
WAGNER
30
000 Euro Steuergeld für eine Veranstaltung mit nicht sicheren Chancen zu
verschießen, ist ein Knaller, der nach hinten losgehen kann. Zumal die Politik
nicht klar dahinter steht. Püttlingen arbeitet unelegant und teuer an einem
Profil: erst Stabhochspringen, dann Kartfahren, nun Biathlon - ja, was darf's
denn noch sein an Probe-Events? Derweil werden die heimischen Vereinssportler
mit ihren Veranstaltungen an den Rand beziehungsweise nach Völklingen gedrängt,
siehe Sonnwendlauf am selben Tag.
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Kurzfristig wurde das Thema
Sommer-Biathlon aus der Tagesordnung der Püttlinger Stadtratssitzung genommen.
Offenbar sind noch nicht alle Fragen geklärt.VON SZ-MITARBEITER WALTER FAAS
PüttlIngen. Der Sommer-Biathlon, den die
Stadt Püttlingen plant (wir berichteten), ist offensichtlich schwierig in
trockene Tücher zu verpacken. Diesen Eindruck muss man gewinnen, wenn man die
bisherigen Diskussionen zum Thema zusammenfasst: Bereits in diesem Jahr wollte
die Stadt Püttlingen in Zusammenarbeit mit einer professionellen Veranstaltungs-Agentur
Weltmeister und Olympiasieger auf die sommerliche Loipe durch die
Köllertalstadt schicken und auf dem Burgplatz schießen lassen. Ein in der Tat
bislang einmaliges Ereignis, das aber letztendlich an Termin-Schwierigkeiten
und Sicherheitsfragen scheiterte. Mit der Folge: Stadt und Veranstalter nahmen
vorerst Abstand, aber ohne das Ziel für das Jahr 2005 aus dem Auge zu verlieren-
Dann soll der Sommer-Biathlon mit einem verbesserten Konzept tatsächlich den
Blick der Öffentlichkeit auf Püttlingen lenken.
Kollision mit Sonnwendlauf
Dass der geplante Termin ausgerechnet mit dem seit
Jahren etablierten Sonnwendlauf der Lauftreff-Freunde Köllertal kollidiert, wie
von der SZ gestern berichtet, mag auf Pech oder Unbedachtheit zurückzuführen
sein. Ob die Termin-Überschneidung der Grund dafür war, dass die Verwaltung der
Stadt Püttlingen in der Stadtratsitzung am Mittwochabend das Thema "Sommer-Biathlon"
kurzfristig von der Tagesordnung nahm, sei dahin gestellt. Eine entsprechende
Anfrage der "SZ" beantwortete gestern Hauptamtsleiter Rudi Jungmann
jedenfalls so: Das Thema sei dem Bürgermeister und seinen Fachämtern
zurückgegeben worden, damit weitere Verhandlungen und Vorplanungen zur
Durchführung der Großveranstaltung erfolgen könnten. Insbesondere gehe es dabei
darum, die Finanzierung des Projektes zu sichern, um das Risiko der Stadt zu
verringern, denn die Stadt soll immerhin 20 000 Euro für das "Event"
in ihren Haushalt einstellen.
„Zu viel des Guten"
Dazu erklärte Franz Hertel, Chef der DKP-Fraktion im
Rat, am Rande der Sitzung in einer Presse-Mitteilung: "Vor allem sind wir
nicht bereit, 20 000 Euro in ein kommerzielles Unternehmen zu stecken." In
einer Zeit, in der selbst kleinere Beträge im Haushaltsplan beziehungsweise
durch das beschlossene Konsolidierungs-Programm eingespart werden, passe es
nicht in die Landschaft, einen derart hohen Betrag für eine „Schnapsidee“
auszugeben, so Hertel. Die DKP-Fraktion fände es auch „fragwürdig", dass
sich die Verwaltung immer stärker als Veranstaltungsbüro für professionelle
Unternehmen betätige.
Hertel: „Wir befürchten, dass auf Dauer die
eigentlichen Aufgaben der Stadt darunter leiden könnten." Natürlich sei
nichts dagegen zu sagen, wenn den Bürgern hin und wieder Besonderes geboten
werden. Dies sei aber bereits mit dem schon beschlossenen City-Kart-Cup im
September 2005 der Fall, so Hertel: „Jetzt soll auch noch das Biathlon-Spektakel
hinzukommen. Wir haben Bedenken, ob das nicht des Guten zu viel ist!“
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Aus SZ vom 9.
Dezember 2004
SONNWENDLAUF IN GEFAHR
Es droht der Ausfall
Der neue
Vorstand der Lauftreff-Freunde Köllertal hat ein Problem: Der für 19. Juni
geplante Sonnwendlauf kann nicht in der gewünschten Form stattfinden. Der
Verein, der 770 Mitglieder hat, bräuchte die Einnahmen dringend.
VON
SZ-REDAKTEUR PETER WAGNER
Köllertal. Die 19. Auflage des
Köllertaler Sonnwendlaufes am 19. Juni war schon „fast perfekt", so der
stellvertretende Vorsitzende der Lauftreff-Freunde Köllertal, Wolfgang Neurath.
Doch weil in Köllerbach ausgerechnet an diesem Tag eine Sommer-Biathlon-Veranstaltung
angesetzt ist, wichen die Läufer früh nach Völklingen aus, ohne allerdings das
Tal des Köllerbachs zu verlassen. Sie wollten den Sportlern, zuletzt 700, etwas
Besonderes bieten, nämlich Start und Ziel des Sonnwendlaufes ins
Hermann-Neuberger-Stadion legen. Die Verwaltungsspitze von Völklingen sei
begeistert gewesen, so die Lauftreff-Freunde Neurath, Reinhard Lippert
(Schatzmeister) und Toni Lesch (Sportlicher Leiter) beim Besuch unserer
Zeitung. Dann habe sie allerdings einem Verein aus der Stadt, der an diesem Tag
eine Radtour anbietet, „alte Rechte" des Vortritts gewähren müssen.
Stadion, Halle und Strecke mit den Radlern teilen zu müssen, wäre höchst
kompliziert, schon wegen fehlender Parkplätze. Und jetzt wissen die Lauftreff-Freunde
nicht, was sie tun sollen. Die Traditionsveranstaltung, die halt nur zur
Sonnwende (Sommeranfang) stattfinden kann, wurde erst im vorigen Jahr von zehn-
Kilometer auf zehn Meilen verlängert und füllte damit eine Marktlücke. Eine
Rückkehr zur Zehn-Kilometer-Distanz wird deshalb ausgeschlossen. Auf den Termin
am Vorabend zurückzukehren, halten die Verantwortlichen ebenfalls für nicht
gut. Es ist den meisten Läufern zu heiß zu dieser Stunde. "Wir suchen
weiter nach Alternativen", heißt es. Aber welche das sein könnten, ist
ungewiss. Wie es aussieht, ist der traditionsreiche Sonnwendlauf in Gefahr,
erstmals auszufallen.
Der Verein, der nur sehr geringe Mitgliedsbeiträge
erhebt (18 Euro im Jahr für Einzelpersonen), bräuchte die Einnahmen aus der
Großveranstaltung allerdings dringend, um den Sportbetrieb aufrecht zu
erhalten. Ansonsten müsste an kleinen Aufmerksamkeiten für die Mitglieder
gespart werden, etwa beider Weihnachtsfeier.
Abgesehen von dem Problem mit dem Sonnwendlauf sind
die Lauftreff-Freunde, die seit Januar einen neuen Vorstand mit vielen Ideen
haben, guter Dinge. Die Zahl der Mitglieder beträgt, nach Bereinigung der
Kartei, 770 und steigt gegen den allgemeinen Trend. Der Verein, der im ganzen
Südwesten der Republik bekannt ist hat sich vor allem dem Breitensport
verschrieben. Vier Mal im Jahr informiert eine Zeitschrift über Erfolge und
Termine. Das „typische“ Mitglied ist 40 bis 60 Jahre alt, macht hier unter
Anleitung die ersten Laufschritte und bleibt als regelmäßiger Hobbyläufer „zum
Energie-Tanken" (Neurath) der großen Laufgemeinschaft treu. Allerdings hat
der Verein auch 150 regelmäßige Wettkampf-Teilnehmer in seinen Reihen, 50 Leute
sind jederzeit Marathon-fähig, und eine kleine Gruppe hat sich auf Ultraläufe
jenseits der 50 Kilometer spezialisiert. Auch eine Triathlon-Abteilung mit 20
Mitgliedern gehört zu den Lauftreff-Freunden.
+ Meinung
Laufen auf
Sonderwegen
VON
SZ-REDAKTEUR PETER WAGNER
Der
Sonnwendlauf, einst 1000 Teilnehmer stark und zuletzt eine unauffällige unter
vielen Veranstaltungen dieser Art, war im Sommer durch einen mutigen Schritt
der Lauftreff-Freunde nach vom gebracht worden: Er ist das einzige Rennen im
Saarland über zehn Meilen, und dieses Alleinstellungsmerkmal darf nicht
aufgegeben werden. Allerdings würde die Lauf-Szene den rührigen Veranstaltern
in der jetzigen Notlage Sonderwege verzeihen: So wäre eine Rückkehr auf den
Samstagabend ebenso denkbar wie ein Schlenker außerhalb des Köllertals oder
sogar eine Verlegung um eine Woche nach vorn oder hinten. Man müsste diese Wege
nur erklären können.
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